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Twitter strebt an die Börse

Es ist offiziell: Nach Jahren der Spekulationen hat Twitter nun seinen Zulassungsantrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das verkündete der 140-Zeichen-Dienst selbst charakterischerweise mit einem Tweet. Der Schritt war seit Monaten erwartet worden. Das Umfeld für Internetaktien ist derzeit günstig: Die Papiere von Facebook, LinkedIn, Amazon und Google notieren nur minimal unter den Höchstkursen. Investmentbank-Riese Goldman Sachs führt Twitter als Konsortialführer an die Börse.

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Es ist offiziell: Nach Jahren der Spekulationen hat Twitter nun seinen Zulassungsantrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das verkündete der 140-Zeichen-Dienst selbst charakterischerweise mit einem Tweet. Der Schritt war seit Monaten erwartet worden. Das Umfeld für Internetaktien ist derzeit günstig: Die Papiere von Facebook, LinkedIn,  Amazon und Google notieren nur minimal unter den Höchstkursen. Investmentbank-Riese Goldman Sachs führt Twitter als Konsortialführer an die Börse.

Die Anzeichen waren gestern schon überdeutlich: CEO Dick Costolo ließ sich auf Digitalkonferenz Disrupt von TechCrunch blicken, spulte kurz einen Vortrag zum Thema "How to lead" ab und verschwand dann schnurstracks wieder, bevor Fragen an den Manager gerichtet werden konnten, während Facebook-Chef Mark Zuckerberg Gastgeber Michael Arrington über eine halbe Stunde Rede und Antwort stand.

Woher die neue Verschwiegenheit kommt? Twitter befindet sich in der Quiet Period! So bezeichnet man in der Finanzbranche die Stillhalteperiode, in die ein Unternehmen eintritt, wenn es an der Börse strebt.

Börsenantrag per Tweet angekündigt

Und das nun nach Jahren der Spekulationen offiziell der Fall! Stilecht, wie es sich für den Kurzmitteilungsdienst gehört, verkündete Twitter den Gang die Aktienmärkte per Tweet: "We’ve confidentially submitted an S-1 to the SEC for a planned IPO. This Tweet does not constitute an offer of any securities for sale", gab der 140-Zeichen-Dienst nach Handelsschluss an der Wall Street bekannt. Zu deutsch: "Wir haben einen Zulassungsantrag für einen Börsengang vertraulich bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. Dieser Tweet stellt keine Kaufaufforderung da."

Nun ist es endlich offiziell! Seit Jahren hatte die Internetbranche darüber spekuliert, wann der hochgehandelte Social Media-Star den Weg an die Kapitalmärkte wagen würde. Twitter galt nach Facebook als das nächste große Web-IPO, doch dann ging ausgerechnet der größte Internet-Börsengang aller Zeiten so richtig daneben. Die Facebook-Aktie verkam in den ersten Monaten der Wall Street zum Rohrkrepierer und zog die meisten Social Media-Unternehmen bis auf LinkedIn im Sog mit nach unten. Twitters Börsenpläne lagen damit erstmal auf Eis.

Twitter könnte schon im Dezember an der Wall Street debütieren

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Doch die Käufer kehrten zurück. Facebook konnte sich über eine Kursexplosion von 250 Prozent binnen zwölf Monaten freuen und notierte gestern, als Mark Zuckerberg wie ein Popstar auf die TechCrunch-Bühne zurückkehrte, auf neuen Allzeithochs. Ein guter Augenblick, um nun selbst das Börsenparkett anzustreben, muss sich Twitter-CEO Dick Dostolo gedacht haben und reichte prompt den Zulassungsprospekt bei der SEC ein.

Der klassische Ablauf vor der Erstnotiz läuft nun so ab: Die SEC benötigt traditionell zwei Monate, um den Zulassungsantrag zu bearbeiten und dem Börsenkandidaten grünes Licht zu erteilen. Ist der Antrag erteilt, folgt die anschließende Roadshow vor Investoren, auf der für den Kauf der Aktie geworben wird. Entsprechend der Nachfrage wird dann mit den konsortialführenden Banken der Ausgabekurs bestimmt. Dieser Prozess dauert klassischerweise weitere drei Wochen.

Geschätzter Umsatz 2013: 550 Millionen Dollar

Ergo: Die Twitter-Aktie könnte damit bereits Anfang Dezember an der Wall Street debütieren. Zu welcher Bewertung, ist weiter reine Spekulation. Weil der 140-Zeichen-Dienst Umsätze von weniger als einer Milliarde Dollar macht, musste Twitter seine Finanzen nicht offenlegen.

Nach Schätzungen vom Marktforscher eMarketer dürften sich die Werbeumsätze 2013 etwa auf 583 Millionen Dollar belaufen. Nachdem Twitters Bewertung am Graumarkt zwischen 2011 und 2012 bei 10 Milliarden Dollar an eine Grenze gestoßen war, wird von Marktexperten inzwischen eine Spanne 10 und 15 Milliarden Dollar erwartet.

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