Anzeige

Bauer stellt den Landser ein

Nach massiven öffentlichen Druck des Simon Wiesenthal Centers und einigen kritischen Artikeln in der New York Times und dem Guardian, stellt Bauer nun doch seinen Landser ein. Dem Verlag ist es jedoch wichtig festzuhalten, dass ein unabhängiges Rechtsgutachten des deutschen Strafrechtlers Otmar Kury zu dem Schluss gekommen sei, dass der Landser im Einklang mit den in Deutschland geltenden strengen Gesetzen steht und darin weder der Nationalsozialismus verherrlicht noch verharmlost wird.

Anzeige

Ende Juli hatte das Wiesenthal Center eine Analyse veröffentlicht, die besagte, dass der Landser die Waffen SS glorifizieren würde. Die jüdische Organisation forderte daraufhin von der deutschen Regierung ein Verbot des Magazins.

Die New York Times hatte damals aus dem Bericht zitiert, der zu dem Schluss kam, dass in dem Bauer-Heft Mitglieder von Hitlers Elite-Einheit als anständige Soldaten porträtiert, die einfach ihren Job machen und zwischen den Schlachten sich gut mit der einheimischen Bevölkerung verstehen würden. Diese sei sogar dankbar.

Mit solchen und anderen Darstellungen würde der Landser nach Meinung des Antisemitismus-Zentrums Nazi-Propaganda verbreiten und damit gegen geltendes Recht verstoßen. "Das Simon Wiesenthal Center glaubt, dass durch die Präsentation von Mitgliedern der Waffen-SS und der berüchtigten Totenkopf-Einheit und anderer Nazi-Kriegsverbrecher als deutsche Helden, Der Landser die Erinnerung an den Holocaust entweiht und den Nationalsozialismus verherrlicht“, zitiert Newsroom.de aus der Studie, die von dem deutschen Journalisten und Historiker Dr. Stefan Klemp erstellt wurde.

Bauer widersprach damals der Aussage vehement, dass eines ihrer Magazine Nazi-Propaganda betreiben würde. „Alle Publikationen der Bauer Media Group stehen im Einklang mit den in Deutschland geltenden Gesetzen. Das gilt auch für Der Landser“, kommentierte eine Bauer-Sprecherin gegenüber MEEDIA. „Die deutsche Öffentlichkeit ist äußerst sensibel und aufmerksam, wenn es um die mit dem Zweiten Weltkrieg verbundenen Themen geht, insbesondere um die Naziverbrechen. Die diesbezüglichen Gesetze sind sehr streng."

Die Folge war nun das Rechtsgutachten des deutschen Strafrechtlers Otmar Kury. Obwohl nach Einschätzung des Verlages die Rechtmäßigkeit der Publikation bestätigt hätte, hat – laut Pressemitteilung – „die Geschäftsleitung der Bauer Media Group hat die rechtliche Prüfung zum Anlass genommen, die Publikation hinsichtlich der Portfoliostrategie des Unternehmens zu bewerten und entschieden, die Reihe nicht fortzuführen“. Der Landser gehörte zu den absoluten Long-Sellern des Medienhauses. Bereits 1970 hatten die Hamburger das Heft zusammen mit dem Erich Pabel Verlag übernommen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige