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Redaktionsbeirat beim Abendblatt gegründet

Die Axel Springer AG hat das Hamburger Abendblatt an die Funke Gruppe verkauft. Glaubt man dem Chefredakteur der Traditionszeitung, dann bleibt alles beim Alten: „Das Abendblatt bleibt so, wie es ist. Es ändert sich nichts, niemand muss sich irgendwelche Sorgen machen“, erklärte Lars Haider nach dem Deal. Teile der Redaktion scheinen dem Frieden nicht so ganz zu trauen und haben nun einen Redaktionsbeirat gegründet, der die Veränderungen, die durch die neuen Besitzer kommen könnten, begleiten soll.

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Dem neuen Beirat geht es nach eigenem Bekunden darum, die Solidarität unter den Kollegen zu stärken und die Informationsflüsse innerhalb des Blattes zu verbessern und zu institutionalisieren. Dabei setzen die Vertreter auf den Dialog mit der Chefredaktion. Wie aus dem Gremium zu hören ist, soll Haider den Interessen des neuen Beirats positiv gegenüberstehen.

Das elfköpfige Gremium hat allerdings keinerlei offizielle Legitimation. Auch den Namen Redaktionsbeirat hat sich die Gruppe selbst gegeben. Ihre Vertreter wurden – zumindest nach eigenen Angaben – von 70 Abendblatt-Mitarbeitern gewählt. Damit stünde weniger als ein Drittel aller Angestellten der Tageszeitung hinter dem Beirat. Zudem gibt es keine Verbindungen zum Betriebsrat der Axel Springer AG. Allerdings hat das Abendblatt auch keinen direkten Vertreter in der Arbeitnehmervertretung.

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Wichtigstes Ziel des Beirats ist es nach eigenen Angaben, für eine langfristige Beschäftigungsperspektive einzutreten. Tatsächlich wird der Abendblatt-Übergang von Springer zu Funke ein spannender Prozess. Denn der Essener Konzern ist auf Regionalzeitungen spezialisiert und kann die Redaktion – anders als bei gekauften Zeitschriften, wie Hörzu oder Bild der Frau, nicht einfach umziehen lassen. Die Tageszeitung muss auch weiterhin in Hamburg arbeiten und muss auch weiterhin von Regionalreportern gefüllt werden. Zudem dürfte auch Springer ein Interesse daran haben, dass die Mitarbeiter den Übergang eher aktiv und engagiert mitgestalten, als ihn frustriert über sich ergehen zu lassen.
Welche Rolle der neue Redaktionsbeirat beim Hamburger Abendblatt bei diesem Prozess spielen wird, muss sich zeigen.

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