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F.A.Z. vergaloppiert sich beim ARD-Bashing

F.A.Z.-Redakteur Michael Hanfeld gilt als einer der schärfsten Kritiker des öffentlich-rechtlichen Systems. Kein Wunder also, dass er die Information, beim IOC-Kongress in Buenos Aires seien 34 Mitarbeiter der ARD akkrediert, genüsslich ausschlachtet. Doch die ARD wehrt sich - u.a. über Twitter - und entkräftet die Vorwürfe zu großen Teilen. Man produziere 50 Beiträge für TV, Radio und Web, zudem seien nur 16 der 34 aus Deutschland gekommen, der Rest seien lokale Fahrer, Maskenbildner, etc.

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"34 – im weitesten Sinne – Sportjournalisten der ARD" nennt Hanfeld die akkreditierten Leute. Nur in einem Nebensatz schreibt er, dass darin auch "lokale Mitarbeiter" enthalten sind. Er verschweigt aber, dass es eben nicht 34 Journalisten sind, auch nicht "im weitesten Sinne", sondern die Mehrzahl der 34 eben "lokale Fahrer, Maskenbildner, Kamerateams", etc. seien, wie die ARD-Pressestelle auf Twitter erklärt. Nur 16 der 34 seien aus Deutschland nach Buenos Aires geflogen – und nur neun davon seien Journalisten, wie der SWR inzwischen per Pressemitteilung hinzufügt.

Nun lässt sich natürlich darüber streiten, ob nicht auch eine Zahl von 16 Reisenden zu groß ist, wenn das ZDF mit vier auskommt, doch merkt die ARD dazu an, dass 50 Beiträge für Fernsehen, Radio und Netz aus Buenos Aires produziert worden seien – und das ZDF eben nur ein paar News-Beiträge hergestellt hätte. Allein ein Blick in die TV-Übertragungen auf Phoenix und im Umfeld des Länderspiels im Ersten haben am Dienstag, dem Tag der Wahl von Thomas Bach zum IOC-Präsidenten, gezeigt, dass sich der Aufwand lohnt. Kritische Einordnungen von Hajo Seppelt, Live-Schalten zu Gerhard Delling und Interviews von vor Ort waren nur ein Teil des Pakets. Hinzu kommt, dass in dieser Woche die ARD für "Morgenmagazin" und "Mittagsmagazin" verantwortlich ist, allein dafür seien zehn Beiträge zugeliefert worden. 

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Es gibt viele Gründe, die öffentlich-rechtlichen Sender zu kritisieren. Ob auch weniger Mitarbeiter in Buenos Aires gereicht hätten, mag sein. Mit solch unsachlichen Anschuldigungen wie nun erreicht Michael Hanfeld aber gar nichts, sondern schadet sich eher selbst. Doch vielleicht reicht ihm ja auch der Beifall der mit jeder noch so platten ARD- und ZDF-Kritik angelockten Claqueure in der FAZ-Kommentarspalte.

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