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Schnibben entwickelt News-App „Der Abend“

Was hat eigentlich die Zeitungsdebatte auf Spiegel Online gebracht? Viel Gerede und sonst nix? Nicht ganz. Das Debattenteam "#tag2020" des Spiegel, angeführt von Spiegel-Reporter Cordt Schnibben und beraten von der Hamburger Agentur Swipe, hat ein Konzept für eine Zeitungsapp entwickelt, die "Der Abend" heißt. Schnibben glaubt, dass sich vor allem Regionalzeitungen statt auf das Tablet auf das Smartphone als digitales Endgerät konzentrieren sollten. "Der Abend" soll so etwas sein wie die digitale Zeitung der Zukunft.

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Die App, die Abonnenten über den Tag informieren und auf die Ereignisse von morgen vorbereiten soll, ist in ihrem Prototyp in sechs Bereiche gegliedert: Nachrichten, Stories, Meinung, Unterhaltung, Leser, Service. Nachrichten und Stories sind selbsterklärend – News werden, ähnlich wie bei der App Circa, in Unterpunkten aufbereitet. Stories sind eigene Features, Reportagen, etc., die es anderswo nicht zu lesen gibt.

Lokale News soll es bei der "Abend"-App auch geben
Unter Meinung können Abonnenten nicht nur die Kolumnisten und Kommentatoren der jeweiligen Zeitung lesen, sondern beispielsweise auch Blog-Beiträge. Voraussetzung wäre, dass Verlage Abkommen mit Bloggern abschließen, ihre Inhalte syndizieren zu dürfen. Der Menüpunkt "Unterhaltung" bietet Zeitvertreib, etwa kleine Spiele, Gossip, etc. Über den Punkt "Leser" geht es in das Diskussionsforum.

Integriert wären auch Service-Elemente, wie ein Routenplaner
Unter "Service" stehen den App-Abonnenten exklusive Angebote und Dienstleistungen zur Verfügung. Das kann sowohl eine integrierte Carsharing-Funktion sein wie ein Ticketschalter für Konzerte oder ein spezielles Angebot zum Rabatt-Preis. "Zeitungen müssen mehr auf Leser zugehen. Sie haben 60 bis 70 Prozent der relevanten Inhalte, aber ihnen fehlt eine Beziehung zum Leser", erklärt Schnibben diesen Unterpunkt. "Zudem müssen sie sich stärker öffnen, auch für E-Commerce-Angebote, die aus den Produkten selber heraus entwickelt werden müssen."
Konzipiert ist "Der Abend" als Paid-Content-Angebot. Zahlende Nutzer sollen automatisch Mitglieder im "Abend-Club" werden. In der Präsentation werden 15 Euro pro Monat als Preis genannt. Dafür sollen Club-Mitglieder dann auch Rabatte bei Partnerfirmen erhalten, die App würde sie automatisch auf rabattierte Gelegenheiten in der Umgebung hinweisen.  

"Der Abend" könnte auch im Look etablierter Medien daherkommen – hier gezeigt am Beispiel Hamburger Abendblatt
Die "Abend"-App ist freilich nur ein Baustein, wie eine Zeitung in Zukunft organisiert sein und aussehen könnte. Am Konzept haben aber offensichtlich schon Verlage Interesse gezeigt – sie wollen sich das Ganze mal anschauen. Für die Agentur Swipe, mit der Schnibben bei dem Projekt zusammenarbeitet, könnte sich "#tag2020" am Ende der Debatte noch am meisten gelohnt haben. Ob "Der Abend" letztlich das Licht des Tages erblickt, liegt nun vor allem daran, ob sich ein ernsthafter Interessent für das Projekt findet.

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