Anzeige

Miley Cyrus’ kalkulierter Shitstorm

Die Aufregung um die halbnackte Miley Cyrus auf den VMAs ist kaum verflogen, da legt die 20-Jährige nach. Die Skandalnudel zieht in ihrem gestern veröffentlichten Clip "Wrecking Ball" diesmal gänzlich blank. Man sieht eine entblätterte Blondine, die sich um Anleihen zwischen Sinéad O'Connor und Apples 1984-Clip bemüht und nackt auf einer Abrissbirne schaukelt. Alles riecht nach kalkuliertem Shitstorm. Und siehe da: Reflexartig springt das Web auf Cyrus’ nackte Tatsachen an.

Anzeige

Das Spektakel ist gerade mal zwei Wochen alt: Halbnackt stand Miley Cyrus bei den MTV Video Music Awards im Barclays Center in Brooklyn auf der Bühne, presste ihren Po an Robin Thickes Hose, wackelte charakteristisch mit den Hüften und streckte immer wieder die Zunge heraus. Die Reaktionen waren vernichtend: Selten hat ein Popstars einen solch geharnischten Shitstorm abgekommen – in schöner Eintracht von klassischen und sozialen Medien.

Nun legt die frühere „Hannah Montana“-Darstellerin nach. Mit dem Video zu „Wrecking Ball“, das gestern debütierte, geht die Provokation in die nächste Runde: Cyrus hat sich dafür entschieden, das halbnackt noch zu angezogen war – alles muss runter. Das gilt auch für die Umgebung: Hammer kreisen, Wände stürzen ein, die nackte Miley Cyrus schwingt auf einer staubigen Abrissbirne durch die Trümmerlandschaft.

"Wie kunstvoll ist es, einen Hammer abzulecken?"

Wenn man es gut mit Cyrus meinte, könnte man im von Starfotografen Terry Richardson gedrehten Clip gewisse künstlerische Anleihen erkennen. Die zerbrechliche, junge Frau mit der kullernden Träne in der Anfangssequenz erinnert, natürlich, an Sinéad O’Connor im Welthit "Nothing compares 2 U". Oder, wenn man die ganz große Videokunst bemühen möchte, mag man in der wütenden Hammerwerferin mit den blonden kurzen Haare und ausrasierten Schläfen gar eine Reminiszenz an Apples Kult-Werbung "1984" erkennen.

Vielleicht sollte man "Wrecking Ball" aber einfach so sehen, wie es gemeint ist: als kalkulierte Provokation eines 20-jährgen Popsternches bei seiner verzweifelten Suche nach Aufmerksamkeit. Die bekam Cyrus dann im Social Web umgehend:  "Wie kunstvoll ist es, einen Hammer abzulecken?" wunderte sich eine Twitterin, um sich selbst die Antwort zu geben: "Gar nicht."

"Wenn sie irgendwann mal wieder nüchtern ist, wird sie angewidert von sich sein"

"Es ist so traurig, dass niemand Miley dabei hilft, ernsthafte Entscheidungen in ihrer Karriere zu fällen", meinte eine andere Twitterin. "Wenn sie irgendwann mal wieder nüchtern ist, wird sie angewidert von sich sein." Eine Instagrammerin verewigt die nackte Miley Cyrus auf der Abrissbirne schon als Zeichnung an der Tür und fragt ironisch: "What would Miley do?"

Einen treuen Verteidiger hat Miley indes in ihrem Vater Billy Ray Cyrus, der auf Twitter eine Lanze für seine Tochter brach: "Versuchen zu schreiben, twittern, mit dem Hintern zu wackeln und dabei nackt auf einer Abrissbirne zu sitzen, während man einen Hammer herumträgt, ist ganz schön schwierig. Peace!" Was auch immer Cyrus damit meint – Verwirrung zu stiften, scheint in der Familie zu liegen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige