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G+J will sich zum Inhalte-Haus häuten

An diesem Dienstag stellte Gruner + Jahr Vorstandschefin Julia Jäkel die neue Unternehmensstrategie für die kommenden Jahre vor. G+J soll sich vom traditionellen Verlag in ein “Haus der Inhalte” verwandeln. Die bisherigen Verlagsgruppen Agenda und Life werden aufgelöst und durch acht “Communities of Interest” ersetzt. Dabei werden beispielsweise auch stern und Geo organisatorisch entflochten. Die neue Strategie soll in eine Produktoffensive in Digital und Print münden.

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G+J ist künftig in folgende acht Communities of Interest organisiert: Food (u.a. Essen & Trinken, Beef, Chefkoch.de), Living (u.a. Schöner Wohnen, Couch, Delinero), Family (u.a. Eltern, Urbia.de, Tausendkind.de), Women (Brigitte, Brigitte Woman, Brigitte Mom), People & Fashion (u.a. Gala, Gala Men, Grazia), News (u.a. stern, Neon, Viva, Art), Wissen (u.a. Geo, P.M., National Geographic) sowie Wirtschaft & Special Interest (Capital, Business Punk, 11 Freunde).

Wegen dieser Neu-Organisation werden auch alle G+J-Redaktionen aus München abgezogen. P.M. (bisher München) und die Geo-Gruppe rücken nun in ihrer Community of Interest zusammen. Genauso wie der stern und Neon/Nido sowie Eltern und der Webshop Tausendkind.de. Dass die bei Gruner lange Jahre praktizierte Verlags-Partnerschaft zwischen stern und den Geo-Titeln aufgedröselt wird ist – wie soll man das nennen – mutig.

Personell wachen unterhalb des Vorstands die Verlags-Geschäftsführer Frank Stahmer und Soheil Dastyari über das Print- und Zusatzgeschäft. Die Digital-Geschäftsführer Eva-Maria Bauch, Arne Wolter und  Oliver von Wersch verantworten das Digitale. Unterhalb dieser Ebene bekommt jede Community of Interest einen Publisher, der sich operativ um Print kümmern soll und einen Digital Business Director, der sich operativ ums Digitale kümmert. Die Publisher berichten an Stahmer oder Dastyari, die Digital Business Directors an Bauch, Wolter oder von Wersch.

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Stahmer kümmert sich außerdem um Herstellung, Dastyari um Marketing und Business Development. Soheil Dastyari bleibt außerdem wie bisher Geschäftsführer der Kundenmedien-Sparte Corporate Editors.

In den kommenden Jahren sollen gemeinsam mit den Gesellschaftern (Bertelsmann und die Jahr-Familie) mehrere hundert Millionen Euro in neue Produkte investiert werden. Vorstandschefin Julia Jäkel kündigt neue Magazine und Digital-Produkte an, sowie Zusatzgeschäfte in den Bereichen Commerce und Paid Services. Die Zusatzgeschäfte sollen dabei stets inhaltlich an die Communities of Interest anknüpfen. So hat sich G+J u.a. bereits an dem Webshop für Kinder-Bekleidung Tausendkind (Community: Family) und dem Lebensmittel-E-Shop Delinero (Food) beteiligt. Außerdem sollen markenübergreifend neue digitale Angebote zu bestimmten Themen erstellt werden, etwa Apps, monothematische E-Mags oder E-Books. Dass die schöne, neue Gruner-Welt auch mit einem Stellenabbau einhergehen wird, versteckt der Verlag unter Punkt 16 einer Liste mit “Frequently Asked Questions”. Dort heißt es zu dem unschönen Thema, dass Berichte falsch seien, dass noch in diesem Jahr mehrere hundert Mitarbeiter abgebaut würden. “Richtig ist, dass wir über die kommenden Jahre unseren Personalstand über alle Bereiche hinweg schrittweise anpassen werden. Richtig ist auch, dass uns dieses Thema immer begleiten wird, wie jedes andere Unternehmen übrigens auch. Und im Digitalbereich werden wir signifikant Personal aufbauen.” Was dies konkret bedeutet, dürfte man zu gegebener Zeit häppchenweise erfahren.

In die Verlagsmitteilung hat Vorstandschefin Julia Jäkel so etwas wie ein Glaubensbekenntnis reingeschrieben. Das liest sich so: “Wir sind ein Haus der  Inhalte. Unsere vielfältigen Inhalte bieten wir über alle relevanten Plattformen an. Grundlage unseres Denkens und Handelns ist die konsequente Orientierung an den Interessen und Bedürfnissen unserer Leser, Nutzer und Kunden. Die tiefe Kenntnis unserer Communities of Interest ermöglicht uns, im Kontext unserer Inhalte auch Zusatzgeschäfte zu entwickeln. Damit wir als Inhalte-Anbieter in der digitalen Welt erfolgreich sind, werden wir unser Unternehmen erneuern.“ Nun muss der Verlag nur noch daran glauben. Amen.
Wer das Organigramm nochmal in aller Ausführlichkeit nachlesen will. G+J hat eigens eine Website unter der Adresse transformation-guj.de veröffentlicht. 

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