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Spekulationen um Amazon-Gratis-Smartphone

Die frühere Wall Street Journal-Reporterin Jessica Lessin berichtet von Planspielen bei Amazon, nach denen der nach Google zweitwertvollste Internetkonzern der Welt ein Smartphone auf den Markt bringen könnte, das auch ohne Provider-Bindung kostenlos angeboten werden könnte. Geld würde der Online-Einzelhändler dabei lediglich über seinen Abonnement-Dienst Amazon Prime verdienen. Am Sonntag dementierte Amazon jedoch den Blog-Bericht.

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Für die marktbeherrschenden Player Samsung und Apple wäre es der Albtraum schlechthin: nicht nur ein günstiges Smartphone, wie es vielfach schon von der chinesischen Konkurrenz angeboten wird – sondern ein kostenloses Gerät. Nicht nur kostenlos gegen Providerbindung, sondern ein kostenloses Smartphone ohne weitere Vertragsbindung.

Was betriebswirtschaftlich nach einem irren Vorhaben klingt, machte am Wochenende durch die gewöhnlich gut informierte, frühere Wall Street Journal -Reporterin Jessica Lessin in ihrem eigenen Blog die Runde. Und der Anbieter des Gratis-Smartphones wäre nicht irgendwer, sondern der inzwischen zweitwertvollste Internetkonzern der Welt, Amazon, wie Silicon Valley-Reporterin Lessin berichtet.

Bezos für aggressive Wachstumsstrategie bekannt

Dass Jeff Bezos die Bereitschaft zu aggressiven Wetten mitbringt, hat der Konzerngründer in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Amazons enormer Börsenerfolg beruht nicht zuletzt auf dem Urvertrauen der Wall Street auf den langen Atem des Online-Einzelhändlers, der dafür kurzfristige Profite opfert.

"Wir wollen nicht mit den Geräten, sondern mit unseren Inhalten Geld verdienen", wiederholte der 49-jährige Selfmade-Milliardär immer wieder das Firmen-Mantra, nach dem Bezos sogar bereit ist, seine Tablets mit Verlust auf den Markt zu bringen – Wachstum ist alles.

Amazon dementiert WSJ-Bericht

Aber ein Smartphone zum Nulltarif? Die Strategie klingt abenteuerliche, selbst wenn Lessin berichtet, der Internetriese könne den Vertrieb an sein Abo-Modell Amazon Prime koppeln, das in den USA 79 Dollar pro Jahr kostet.

Am Sonntagabend kann dann aber zwei Tage nach der Publikation der Story das doppelte Dementi: „Wir haben nicht vor, dieses Jahr ein Smartphone auf den Markt zu bringen“, erklärte Amazon, „und wenn wir das täten, wäre es nicht kostenlos.“ Die Grundsatzbedrohung ist für Apple, Samsung & Co ist damit aber nicht vom Tisch. Wie beim Kindle könnte Amazon gewillt sein, zu Tiefstpreisen den Markt aufzuwirbeln.

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