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IVW: kicker auf Smartphones vor Spiegel

Die neuen Mobile-Zahlen der IVW liefern auch im zweiten Monat ihrer Existenz spannende Erkenntnisse. So hat der Start der Bundesliga einigen Apps und mobilen Websites extreme Zuwächse beschert. Der kicker muss sich im Mobile-Ranking nur Bild.de geschlagen geben, überholte sogar Spiegel Online. Auch im stationären Internet war der Fußball ein Trafficbringer, abseits davon gab es im Gegensatz zu Mobile aber viele Verlierer. Apps und mobilen Websites konnten vielerorts Verluste beim stationären Traffic ausgleichen.

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Schauen wir zunächst auf das IVW-Gesamtranking, in dem alle Visits eines Angebots gewertet werden, egal, ob sie auf der herkömmlichen Websites, mit Hilfe einer App oder einer mobilen Seite zustande kommen. Das Konglomerat der vielen T-Online-Websites (inklusive z.B. der Scout24-Gruppe) führt hier trotz Verlusten weiter souverän das Ranking an. Hinter eBay folgen die ersten journalistischen Angebote: Bild.de und Spiegel Online. Den Nachrichten-Angeboten haben wir übrigens wie immer eine gesonderte Analyse gewidmet.

Der große Gewinner heißt im August kicker online. Bis auf Platz 7 schoss das Fußball-Angebot. Zu verdanken ist das logischerweise dem Start der Fußball-Ligen, die dem kicker ein Plus von 26 Mio. Visits bzw. 37,3% beschert haben. Online gewann das Magazin dabei 9 Mio. Visits hinzu, mobile 17 Mio. Ein klares Indiz dafür, dass Fußballfans sich immer stärker unterwegs über ihren Lieblingssport informieren. Gerade Live-Ticker dürften hier ein extremer Trafficbringer sein. Deutlich mehr als die Hälfte der kicker-Visits stammen inzwischen von den mobilen Angeboten: 55,0 Mio. zu 40,7 Mio. Visits ist das Verhältnis.

Weitere Gewinner in der Gesamt-Top-25: TV Spielfilm, das ebenfalls vor allem mobile zulegen konnte, sowie Focus Online, dessen Mobile-Daten erst im kommenden Monat erstmals veröffentlicht werden, und das sein Plus daher nur den herkömmlichen Websites zu verdanken hat. Deutlich verloren hat das Spiele-Portal Bigpoint.com.

Auf den Rängen 26 bis 50 überwiegen die Verlierer, nur acht Angebote liegen über den Juli-Zahlen. Größter Verlierer ist dabei ebenfalls ein Fußball-Angebot: Transfermarkt.de ist traditionell in den Sommer- und Winterpausen der Ligen stark – dann, wenn die großen Transfers stattfinden. Sobald die Ligen starten, die Transferfenster geschlossen werden, schrumpfen die Transfermarkt.de-Zahlen. Ebenfalls zu den größeren Verlierern gehören finanzen.net, Xing und ProSieben, größte prozentuale Aufsteiger sind hier yasni.de und GameStar.

Ab sofort bieten wir in unserer IVW-Analyse auch gesonderte Rankings zum stationären und mobilen Netz, da hier spannende Erkenntnisse zu gewinnen sind. Die Top 20 des herkömmlichen Webs zeigt dabei, dass der Ferienmonat August den Websites noch einmal weniger Visits beschert hat als der Juli. 14 der Top-20-Angebote verloren, nur sechs konnten zulegen. Klarer Gewinner ist auch hier der kicker, der sich bis auf Platz 16 vorkämpft, deutlich nach unten ging es für Bigpoint.com. Die Top 6 sieht zudem genau so aus wie im Gesamt-Ranking, erst dahinter gibt es Unterschiede.

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Völlig anders sieht das mobile Ranking aus: Hier dominieren journalistische Websites und Apps das Geschehen, allen voran Bild.de, kicker online und Spiegel Online mit 51,2 Mio. bis 75,3 Mio. mobilen Visits. Der kicker zog dabei sogar an Spiegel Online vorbei – ein eindrucksvoller Beweis für die Kraft des Fußballs im mobilen Web. Ohnehin zeigt der Blick auf die Top 20 der mobilen Wettbewerber, dass der mobile Boom weiter anhält. Im Gegensatz zur Online-Top-20 gibt es hier nämlich nicht nur sechs Gewinner, sondern 15. Nur fünf Anbieter liegen unter den Juli-Zahlen: Bild, Süddeutsche, Welt, stern und wer-kennt-wen.de.

Extrem zulegen konnte neben dem kicker vor allem die Tippspiel-Plattform kicktipp.de, die zum Saisonbeginn 908,8% zulegte und in die mobile Top 20 einzieht. Mehr als 10% gewannen zudem noch T-Online, TV Spielfilm, Sport1 und Finanzen100 hinzu. Kurz zusammen gefasst sind die Killer-Inhalte auf Smartphones offenbar Nachrichten, Sport, das TV-Programm und Börsenkurse.

Bleiben wir gleich bei den Gewinnern und schauen auf die größten Aufsteiger des Monats – ab sofort ebenfalls mit drei Rankings. Insgesamt und mobile heißt die Nummer 1 hier kicker, im stationären Netz kicktipp.de. Auch bundesliga.de und Sport1 erkämpften sich Plätze in den Gewinner-Rankings:

In allen drei Verlierer-Rankings vertreten ist nur Bild.de, das sowohl insgesamt, als auch online und mobile 5% und mehr gegenüber dem Juli einbüßte. Diese Tatsache mit der Einführung des Paid-Content-Modells in Verbindung zu bringen, wäre allerdings etwas gewagt, denn auch die meisten anderen großen Nachrichten-Anbieter büßten Traffic ein. Erst die kommenden Monate werden hier Klarheit bringen, ob die Bild.de-Visits unter Bild+ leiden.

Bei den Vermarktern bleibt T-Online-Vermarkter InteractiveMedia CCSP mit 529,5 Mio. Gesamt-Visits die klare Nummer 1 vor  Axel Springer (412,1 Mio.) und eBay (352,7 Mio.). Während im Online-Ranking eBay vor Springer liegt, InteractiveMedia aber ebenfalls die Nummer 1 ist, sieht es auf dem Mobile-Markt an der Spitze etwas anders aus. Hier führt Axel Springer mit 84,5 Mio. Visits vor InteractiveMedia (75,0 Mio.) und G+J Electronic Media (31,5 Mio.).

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