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Springer soll 100.000 Euro Strafe zahlen

Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, dass die Axel Springer AG wegen illegaler Abo-Aktionen vom Landgericht Berlin ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro aufgebrummt bekam. Grund: Abonnenten, die ein Zeitschriften-Abo gekündigt hatten, wurden unter einem Vorwand in ein Telefongespräch verwickelt, in dem ihnen Angebote unterbreitet wurden, das Abo weiterlaufen zu lassen. Solche Maßnahmen sind laut Gericht illegal. Springer hat gegen das Ordnungsgeld Beschwerde eingelegt.

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So sei es laut Verbraucherzentrale in mehreren Fällen dazu gekommen, dass das Medienhaus Axel Springer mit Ex-Abonnenten unter Vorwänden in Kontakt trat. Angeblich, um offene Fragen zur Beendigung des Abo zu klären. In den Gesprächen sei dann allerdings versucht worden, auf eine Rücknahme der Kündigung hinzuwirken. Laut Verbraucherzentrale hat das Landgericht Berlin bereits im Februar 2012 solche Praktiken untersagt. Gegenüber der Verbraucherzentrale argumentierte Springer, in den Gesprächen sei es auch um die Abwicklung der Kündigung gegangen. Laut den Zeugen der Verbraucherzentrale habe dies jedoch nicht gestimmt, weswegen die Verbraucherzentrale beim Landgericht beantragte, ein “empfindliches Ordnungsgeld” zu verhängen.

Die Berliner Richter haben Springer nun “fortgesetztes Zuwiderhandeln gegen die im Urteil enthaltene Unterlassungsverpflichtung” und “vorsätzliches, mindestens aber grob fahrlässiges Verhalten” bescheinigt und ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro festgelegt, das in den Berliner Haushalt fließt. Die Verbraucherzentrale schließt mit dem Hinweis, dass die Axel Springer AG mit der Masche in der Branche nicht alleine ist. Auch gegen den Bauer Verlag ist die Verbraucherzentrale in ähnlichen Fällen bereits erfolgreich vorgegangen.

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Update (17.45 Uhr):
Gegenüber MEEDIA sagte eine Springer-Sprecherin: "Wir sehen keinen Verstoß gegen das Unterlassungsgebot und haben daher den Rechtsbehelf der sofortigen Beschwerde eingelegt." Für den Verlag bedeutet dies, dass man nun abwartet, wie sich das Gericht dazu äußert.

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