Die schrulligen Mail-Köpfe von der FAZ

Die FAZ pflegte schon immer ein paar Eigenheiten. Dazu gehört offenbar auch eine besonders schrullige Art und Weise Top-Personalien in eigener Sache zu veröffentlichen: als E-Mail ohne Betreff und ohne Inhalt, dafür mit Anhang und offenem Verteiler. Bild-Chef Diekmann kabbelte sich diese Woche via Twitter mit Kollege Jan-Eric Peters wegen der Schland-Kette, eine gewisse Jilet Ayse nervt bei Bild.de und eine Internet-Studie der BLM enthält eine für Manche vielleicht unbequeme Wahrheit.

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Die “klugen Köpfe” (Eigenwerbung) der FAZ haben es noch nicht so mit den Kniffen der digitalen Kommunikation. Diese Woche gab es mal wieder eine Top-Personalie von den Frankfurtern: Ex-stern-Geschäftsführer Thomas Lindner wird neuer FAZ-Geschäftsführer. Soweit, so interessant. Nur seltsam, dass die FAZ die entsprechende Pressemitteilung als E-Mail ohne Text und ohne Betreffzeile an einen offenen Verteiler aussendet. Dann sieht man zwar, welche der lieben Kollegen die Mail auch bekommen haben, muss aber erst mal einigermaßen umständlich das angehängte PDF aufmachen, um zu sehen, dass da wirklich was Wichtiges drinsteht. Müller v. Blumencron hilf!

Schland, oh Schland. Die Bild hat diese Woche die “Schland”-Halskette, die Bundeskanzlerin Angela Merkel beim TV-Duell trug, groß zum Thema gemacht. Das brachte Bild-Chef Kai “Badass” Diekmann eine öffentliche Twitter-Kritik von seinem Welt-Kollegen Jan-Eric Peters ein:

So etwas kann der KD natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Ebenfalls via Twitter haute er “jep” triviale Welt-Boulevardberichte über Sylvie van der Vaart und Welt-Berichte über die Schland-Kette um die Ohren. Beim “Netzfeuilleton” haben haben sie den getwitterten Schlagabtausch der beiden Alpha-Journalisten dankenswerterweise protokolliert.

Bei Bild.de machen sie schon seit geraumer Zeit groß in Video. Diese Woche stolperte ich dort über die Videos der so genannten Komikerin Jilet Ayse, die bereits seit 2012 das Format “Isch schwöre …” macht. Eine Form der so genannten Ethno-Comedy, in der Idil Baydar (so heißt Jilet Ayse wirklich) eine 18-jährige Deutschtürkin aus Kreuzberg spielt. Diese Videos sind so unkomisch, laut, aufdringlich und grauenhaft schlecht getextet und vorgetragen, dass Cindy aus Marzahn im Vergleich glatt als Intellektuellen-Humor durchgeht. Aber auch nur im Vergleich. Bitte nicht mehr davon!

Die Studie  "Relevanz der Medien für die Meinungsbildung", die die Bayerische Landeszentrale für neue Medien vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest erstellen ließ, hat es in sich. Nicht nur, dass dabei herauskommt, dass für junge Leute Facebook längst das Nachrichtenmedium Nummer 1 ist. Für die am höchsten Gebildeten (mit Hochschulabschluss) ist das Internet das wichtigste Infomedium – vor TV und Zeitungen.

Trotzdem oder gerade deswegen: schönes Wochenende, liebe klugen Köpfe!

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