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Samsungs Smartwatch-Schnellschuss

Samsung hat gestern auf der IFA seine mit Spannung erwartete Smartwatch vorgestellt – die Galaxy Gear. Das Echo fällt jedoch bestenfalls verhalten aus: Für wen ist das 300-Dollar-Gadget eigentlich geeignet? Samsungs Smartwatch ist nur 1,6 Zoll groß, kommt lediglich mit einer 1,9 Megapixel-Kamera daher und hält gerade mal einen Tag durch. Besonders irritierend: Die Galaxy Gear ist lediglich zum ebenfalls gestern vorgestellten Samsung-Phablet Galaxy Note 3 und dem Tablet Galaxy 10.1 kompatibel.

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Das digitale „Inspector Gadget“-Zeitalter wurde gestern in der einstigen Spionage-Hochburg Berlin eröffnet: Im Tempodrom enthüllte Samsung seine mit Spannung erwartete Smartwatch Galaxy Gear. In gleich sechs Farben kommt die digitale Uhr daher – und das zu einem Verkaufspreis, der mit 299 Dollar bemerkenswert hoch angesetzt scheint. Smartwatches von der Konkurrenz wie Pebble sind schließlich bereits für die Hälfte zu haben.

Kann die Galaxy Gear nun so viel mehr? Tatsächlich wirken die Rahmendaten des digitalen Begleiters am Armband zunächst einmal wie ein Rückschritt in die Pioniertage des Smartphone-Zeitalters im vergangenen Jahrzehnt: Nur 1,6 Zoll ist das Display groß, eine Auflösung von 1,9 Megapixeln bietet die ins Armband verbaute Kamera, die Videoaufnahmen von gerade mal bis zu zehn Sekunden ermöglicht. Angesichts eines Speichers von ganzen 4 GB Speicher erscheint die Beschränkung nachvollziehbar. Ein digitaler Sprachassistent ist ebenfalls integriert.

Start ohne Facebook und Twitter

Natürlich finden Nutzer die von Smartphones bekannten Anwendungen wie E-Mail, SMS oder App-Angebote (zum Start sind es allerdings gerade mal 70 – Facebook und Twitter gehören nicht dazu!) auch auf der Galaxy Gear wieder – wenn auch nur im Anzeigemodus. Die Bedienung erfolgt mit den bekannten Gesten Doppeltippen und Wischen. Der Gear-Träger bekommt nur die Nachricht, dass eine Mail eingegangen ist, auf dem Display angezeigt – gelesen wird sie auf dem Smartphone.

An dieser Stelle wird die eigentliche Problematik von Samsungs Smartwatch-Schnellschuss deutlich: Die volle Funktionalität entfaltet die Galaxy Gear nur im Zusammenspiel mit einem Galaxy-Smartphone – deswegen nennt der südkoreanische Verbraucherelektronikhersteller seine neueste Produktkategorie auch ein "Companion Device". 

Nur kompatibel mit Galaxy Note 3 und dem Galaxy Note 10.1.

Seltsam nur, dass es zum Start extrem wenig verwandte Geräte selbst bei Samsung gibt – nämlich lediglich die beiden gestern ebenfalls in Berlin vorgestellten neuen Galaxy Note-Generationen: das Phablet Note 3 und das Tablet Note 10.1.

Das bedeutet nichts anderes, als dass Kunden der Smartphone-Bestseller Galaxy S3 und S4, die den kometenhaften Aufstieg des südkoreanischen Technologieriesen in den vergangenen 12 bis 18 Monaten überhaupt erst ermöglicht haben, mit der Galaxy Gear wenig anfangen können.

"Eine Menge Samsung-Nutzer schauen nur zu. 100 Millionen, um genau zu sein."

"Damit hat sich Samsung selbst ein Bein gestellt", wundert sich das Blogkonglomerat Business Insider in einer ersten Einschätzung. "Eine Menge Samsung-Nutzer schauen nur zu. 100 Millionen, um genau zu sein. Samsung limitiert sich damit von vornherein selbst. Die Galaxy Gear wird so kaum ein Blockbuster-Produkt werden", entgeistert sich das US-Techblog.  

Diesen Grund der mangelnden Kompatibilität kritisiert auch CNNMoney. Ob sich Käufer von den skeptischen ersten Einschätzungen leiten lassen, wird sich bald zeigen: Die Galaxy Gear kommt am 25. September in 149 Ländern auf den Markt.

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