Miese Werte für „Wie wählt Deutschland?“

Nach den durchwachsenen Premierenstarts ist auch in Woche zwei noch nicht so ganz klar, in welche Richtung sich der neue RTL-Seriendonnerstag entwickeln wird. "Doc meets Dorf" holte zumindest den Tagessieg im jungen Publikum und verlor dabei nur minimal Zuschauer. Richtig übel sah's hingegen fürs ZDF aus: Das Polit-Quiz "Wie wählt Deutschland?" mit Jörg Pilawa fiel im Gesamtpublikum komplett durch und landete hinter Sat.1, dem Ersten und RTL.

Anzeige

Hier sind die 5 Dinge, die Sie über die Quoten vom Donnerstag wissen müssen: 
1. Eigenproduzierte RTL-Serien verlieren nur minimal
Wie schlägt sich Fritzi Frühling als Ärztin auf dem Land? 1,58 Mio. Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren waren neugierig, wie die Geschichte bei "Doc meets Dorf" weitergeht. Damit blieb die Quote der Premierenfolge (1,59 Mio.) quasi unverändert, der Marktanteil liegt im Vergleich zur Vorwoche leicht drunter, nämlich bei 16,1 %. Ein paar Zuschauer mehr fehlten anschließend den Sitcoms "Christine – Perfekt war gestern" und "Sekretärinnen – Überleben von 9 bis 5", die sich aber ebenfalls verhältnismäßig stabil hielten – wenn auch auf geringerem Niveau. 1,41 und 1,38 Mio. reichten für die Plätze 4 und 5 in den Tages-Charts des jungen Publikums. Zu Freundensprüngen wird sich angesichts 13,5 und 14,0 % in Köln aber wohl niemand veranlasst sehen.
2. "Wie wählt Deutschland?" muss sich Sat.1, ARD und RTL geschlagen geben
Eigentlich sollte "Wie wählt Deutschland? Pilawas Generationenquiz" unterhaltend auf die bevorstehende Bundestagswahl hinleiten. Entweder haben die ZDF-Zuschauer aber genug von Quiz, oder von Politik oder von Pilawa. Oder von allem auf einmal. Mit gerade einmal 2,63 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren und 9,4 % landete die Show, in der Erstwähler gegen ihre Elterngeneration und Senioren antraten, um ihr Politwissen zu beweisen, auf Platz 13 in den Tages-Charts. In die Top 20 des jungen Publikums schaffte es "Wie wählt Deutschland?" gar nicht. 
3. Sat.1 liegt mit "Criminal Minds" im Gesamtpublikum vorn
Im Gesamtpublikum ergibt sich deshalb ein ungewohntes Bild, das auch damit zusammenhängt, dass "Die Dienstagsfrauen" im Ersten nicht so richtig in Schwung kamen.  Lediglich 3,14 Mio. entschieden sich am Abend für den Pilgerweg-Film (11,3 %). Damit lag Sat.1 um 20.15 Uhr dank 3,18 Mio. Zuschauern für "Criminal Minds" vorn; "Crossing Lines" schaffte noch 2,93 Mio. Ganz an der Spitze in den Tages-Charts stehen jedoch zwei Nachrichtensendungen: erst die "Tagesschau" (3,49 Mio.), dann das "heute journal" (3,25 Mio.). Für Sat.1 sah’s auch im jungen Publikum gut aus: Dank 1,54 Mio. 14- Bis 49-Jährigen schaffte "Criminal Minds" Platz 3 in der Zielgruppe vor "GZSZ" (1,55 Mio.). Mit 15,7 % Marktanteil war der US-Krimi nah dran an RTLs Landarzt-Serie. "Crossing Lines" kam auf 13,4 % und 13,5 %.
4. Vox schafft es mit "X-Men"-Fantasyaction weit nach vorn
Die Schwäche der anderen wusste Vox ideal auszunutzen – und sicherte sich am Abend sehr gute 11,0 % Marktanteil bei den jungen Zuschauern, die bei "X-Men: Der letzte Aufstand" Lust auf eine Portion Fantasyaction hatten. Das Endzeitdrama "Babylon A.D." kam im Anschluss sogar auf 13,6 %. Das macht sich natürlich auch in den Tages-Charts bemerkbar, wo nun die Plätze 7 und 10 belegt sind (1,09 und 0,88 Mio.). Kabel 1 lag mit der "ran Europa-League" und der Begegnung Eintracht Frankfurt vs. FK Karabach Agdam mit 5,6 und 7,7 % deutlich darunter (0,57 und 0,76 Mio.; Zuschauer insgesamt: 1,55 und 2,11 Mio.). "Die Kochprofis" und der "Frauentausch" bei RTL II erzielten zur gleichen Zeit bessere Werte als der Fußball (7,4 und 8,0 %). 
5. Doppelt niedriges Niveau: "Reality-Queens" weiter einstellig 
Es ist nicht ganz klar, ob Programmbeschwerden von vornherein einkalkuliert sind – jedenfalls: Pro Sieben musste sich wegen seiner "Reality Queens auf Safari" gerade erst gegen Kritik am darin vermittelten Afrika-Bild wehren. (Bei RTL war’s vorher wegen "Wild Girls" genauso.) Den Quoten allerdings nützt das – gar nichts. Nach dem miesen Start in der Vorwoche hat sich kaum etwas verändert: Der Marktanteil liegt bei für Pro Sieben indiskutablen 8,2 %, 810.000 Zuschauer sind ein paar mehr als am vergangenen Donnerstag, aber am Ende landete der Reality-Trash damit hinter RTL, Sat.1 und Vox. Einziger Trost: anders als bei der Neuauflage der "Alm" fallen diesmal keine Liveshow-Kosten an. "Berlin Tag & Nacht" holte am Vorabend bei RTL II übrigens genauso viele Zuschauer. Und "red!" kam bei Pro Sieben ab 22.30 Uhr auf 8,8 %.

Die Top 20 der meistgesehenen Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen und die "5 Dinge" der vergangenen Tage finden Sie wie immer hier.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige