Jay Z erteilt Facebook Video-Ritterschlag

Premiere für und auf Facebook: Erstmals hat ein Weltstar das Social Network als exklusiven Verbreitungskanal eines Videos gewählt. Jay Z stellte gestern auf seiner Facebook Fanpage die Weltpremiere von "Holy Grail" ein. Ob die Form der Verbreitung in Zukunft zum heiligen Gral der darbenden Musikindustrie wird, bleibt abzuwarten. Der Rap-Superstar sicherte sich mit dem aufwendig inszenierten 5-Minüter einmal mehr die mediale Aufmerksamkeit, während Facebook für seine einbettbaren Posts wirbt.

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Am Ende geht es nicht ohne Kurt Cobain. "And we’re all just Entertainers", lässt Jay Z allen Ernstes auf dem Titeltrack seines neuen Nummer eins-Albums Nirvanas Welthit "Smells like Teen Spririt" von Justin Timberlake zitieren. Die Botschaft ist klar: Wenn alles getan und gesagt ist, muss auch der größte Rapper der Gegenwart mal nach neuen Wegen der Inszenierung suchen.

Das gilt auch nicht zuletzt in der Verbreitung seines neustes Materials. Zunächst ging der Vorab-Launch des gesamten Studioalbum an Samsung – für 5 Millionen pro Album. Drei weitere werden folgen. Ein Deal, der neue Maßstäbe in der Musik-Distribution des Internetzeitalters setzte. "1 Million, 2 Million, 3 Million, 20 Million,  I’m so good at math", johlte Jay Z in "Only in America" selbstzufrieden über den Deal.

Weltpremiere von Holy Grail: Facebook düpiert YouTube

 
Nun geht der Ehemann von Beyoncé konsequent den Weg weiter und verbreitet sein dazugehöriges Video exklusiv dort, wo seine meisten Fans sind: auf Facebook. Mehr als 17 Millionen Nutzer des weltgrößten Social Networks bekamen "Holy Grail" so gestern direkt in ihrem Newsfeed angezeigt.

Sehen und als "Embedded Post" einbinden kann den von Anthony Mandler aufwendig inszenierten 5-Minüter aber natürlich auch jeder andere Facebook-Nutzer. Wenige Wochen nach dem Ausrollen der einbettbaren Posts wird damit die Funktionsweise des neuen Features schlagartig deutlich: Facebook wird durch exklusive Inhalte wie Videos plötzlich auch zum YouTube-Konkurrenten.

Facebook wiederholt das Trojanische Pferd-Prinzip nun auch bei einbettbaren Videos

Vergangene Woche hatte das US-Unternehmen das Feature der "Embedded Posts" weltweit ausgerollt. Facebook setzt damit erneut auf das Trojanische-Pferd-Prinzip des enorm erfolgreichen Like-Buttons, mit dem der Internet-Überflieger vor drei Jahren das WWW eroberte.

Die Geschichte wiederholt sich nun in Statusupdates, Bildern und eben Exklusiv-Videos wie von Jay Z. Bleibt die Frage, für wen das erwartungsgemäß protzige "Holy Grail" eher zum heiligen Gral der Inhalte-Verbreitung wird – für Facebook oder Jay Z.

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