G+J soll mit Digitalformaten wachsen

Bertelsmann im ersten Halbjahr: Der Umsatz sank leicht, dafür stieg das operative Ergebnis. Das heißt: Das Medienunternehmen holt beispielsweise bei der RTL Group zurzeit mehr Profit aus einem sich wandelnden Geschäft. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Zahlen von Gruner + Jahr: Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 8 Prozent, das operative Ergebnis blieb dafür auf Vorjahresniveau. Der Mutterkonzern kündigt schon jetzt "zahlreiche neue Digitalformate" von G+J an.

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Noch im September wird G+J-Chefin Julia Jäkel voraussichtlich ihre Strategie für den Zeitschriftenverlag präsentieren. Im Wesentlichen geht es um eine neue Aufstellung des Hauses nach Kernbereichen wie Wissen, Mode, Familie, Essen, Wohnen, News, etc. Diese Bereiche nennen die Hamburger "Communities of Interest". In diesen Communities sollen viele neue Geschäftsmodelle entstehen, die in den einzelnen Verlagen früher nicht so schnell umgesetzt worden wären. Auch Zukäufe sind Teil der Strategie, so beteiligte man sich bereits an E-Commerce-Plattformen wie Delinero, einem Lebensmittel-Lieferdienst, sowie Tausendkind, einem Online-Shop für Kindermode.
Im August folgte der Luanch von "Roomido", einem kommerziell ausgerichteten Wohnportal. In der Bertelsmann-Halbjahresbilanz heißt es nun: "Schwerpunkt des neuen Vorstands ist die Transformation des klassischen Zeitschriftenhauses in ein moderneres, deutlich digitaleres Inhaltehaus." Der Umsatz lag konkret im ersten Halbjahr bei 1,025 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,111), das operative Ergebnis (EBIT) stieg von 85 auf 86 Millionen Euro.
Hauptergebnisbringer ist mit weitem Abstand die RTL Group mit 545 (498) Millionen Euro – auch dank des Geschäfts von RTL Deutschland. Der Umsatz sank auch wegen Rückgängen im internationalen Geschäft auf 2,779 Milliarden Euro (2,819). Auch bei RTL wird groß mit dem Banner "Transformation" gewunken – im Juni stieg man bei dem "Multichannel-Network" Broadband TV ein.
Der "50 Shades of Grey"-Verlag Random House legte beim EBIT leicht auf 117 (113) Millionen Euro zu, der Umsatz sank auf 915 (947) Millionen Euro. Neuer Topseller des Hauses ist Dan Browns "Inferno", der sich in etwa sechs Wochen vier Millionen Mal verkaufte. Richtig spannend wird’s auf Unternehmensseite im zweiten Halbjahr, denn seit dem 1. Juli ist die fusionierte verlagsgruppe Pengiun Random House operativ zugange.
Die Dienstleistungssparte Arvato, auf der Umsatzseite Nummer zwei von Bertelsmann (2,123 Millionen Euro gegenüber 2,092 im Vorjahr) verlor auf der Ergebnisseite, wo nun 84 (88) Millionen Euro zu Buche stehen. Seit April ist der ehemalige Microsoft-Mann Achim Berg in Gütersloh am Ruder. Ein Wachstumsfeld sind Finanzdienstleistungen (Zukauf Gothia). Ganz schwierig bleibt es im Druckgeschäft – dort sank das operative Ergebnis auf 3 (15) Millionen Euro.
Unterm Strich sank der Konzernumsatz um knapp 2 Prozent auf 7,43 Milliarden Euro, das operative EBIT stieg dagegen auf 768 (730) Millionen Euro. Den höchsten Wert seit 2002 erreicht das Konzernergebnis mit 419 (350) Millionen Euro. Die Umsatzrendite liegt bei 10,3 (9,6) Prozent. Man betreibe den Konzernumbau "aus einer Position der Stärke", kommentierte Bertelsmann-CEO Thomas Rabe das Zahlenwerk. 

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