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Die wichtigsten Fakten zum TV-Duell

Es ist das Polit-Fernsehspektakel des Jahres: Am kommenden Sonntag, dem 1. September, treffen die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Peer Steinbrück im großen TV-Duell aufeinander. Übertragen wird der Höhepunkt des Wahlkampfes um 20.30 Uhr auf ARD, ZDF, RTL sowie ProSieben. Was ist neu? Wie lauten die ersten Prognosen? Und wie bleibe ich auch ohne Fernseher auf dem Laufenden? MEEDIA beantwortet die wichtigsten Fragen zur Fernsehdebatte.

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1. Wo und wann läuft das TV-Duell?
Wie schon in den Jahren zuvor wird die Fernsehdebatte aus einem Studio in Berlin-Adlershof von den Sendern ARD, ZDF und RTL übertragen. Erstmals ist das TV-Duell auch bei ProSieben live um 20.30 Uhr zu sehen. Ein Countdown wird von den jeweiligen Sendern um 20.15 Uhr gestartet.
2. Wer sind die Moderatoren?
Jeder Sender schickt einen Moderatoren ins Rennen. Für die ARD moderiert Anne Will, die zusammen mit Stefan Raab von ProSieben ein Team bildet. Das andere Gespann setzt sich aus ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner und RTL-Anchorman Peter Kloeppel zusammen. 
3. Wer darf anfangen?
Das Los hat entschieden: SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück darf das TV-Duell am Sonntag eröffnen. Dafür hat Angela Merkel allerdings das letzte Wort.
4. Wieviel Zeit bekommen die Kanzlerkandiaten?
Insgesamt dauert das TV-Duell 90 Minuten. Es ist vertraglich festgelegt, dass die Redezeit der beiden Kontrahenten am Ende weniger als 60 Sekunden auseinander liegen darf. Beide Kandidaten dürfen ein bis zu 90 Sekunden langes Schuss-Statement halten.
5. Welche Themen werden diskutiert?
Als Themenblöcke wurden "Aktuelles" – beispielsweise der Machtkampf in Syrien – "Arbeit und Soziales" sowie "Finanzen und Sicherheit" vereinbart. Damit werden also auch Themen wie Mindestlohn, Steuererhöhung und Steuerbetrug angesprochen. Natürlich werden auch die Euro-Krise und die NSA-Spähaffäre Gegenstand des Schlagabtausches sein.
6. Was ist neu?

ProSieben wird das TV-Duell zum ersten Mal übertragen. Damit wird mit Stefan Raab auch zum ersten Mal ein Vertreter der deutschen Unterhaltungsbranche in der Moderatorenrunde sitzen. Diese Entscheidung hat vor allem Peer Steinbrück im Vorfeld kritisiert. 
7. Welche Regeln gelten?
Auch in diesem Jahr wurden Regeln zwischen Sendern und Parteien ausgehandelt. Dazu gehören der zentimetergenaue Standort der Stehpulte sowie die exakten Positionen der Kameras. Die Redezeiten werden mitgestoppt und die Zeitkonten regelmäßig verglichen. Die Kontrahenten dürfen keine Unterlagen mitbringen, sondern sich lediglich auf einem leeren Blatt Papier Notizen machen.
8. Wie lauten die ersten Prognosen?
Umfragen des ZDF-Politbarometers zufolge geht Merkel als klare Favoritin ins TV-Duell. 30 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Bundeskanzlerin besser schlagen wird als der SPD-Herausforderer. Ihn sehen dagegen nur 15 Prozent als Gewinner des Duells.
9. Im Duell stehen sich CDU und SPD gegenüber. Aber was ist mit den anderen Parteien?
Die Spitzenkandidaten der kleineren Parteien FDP, die Grünen sowie der Linkspartei treffen sich am Montag nach der Debatte von Merkel und Steinbrück zum Rededuell. Der "TV-Dreikampf" wird im Ersten um 20.15 Uhr übertragen.
10. Wie kann ich das TV-Duell außerhalb des Fernsehers verfolgen?
Auf tagesschau.de sowie zdf.de wird es einen Live-Stream zur Sendung geben. Außerdem berichten zahlreiche Medien wie Spiegel Online, Abendzeitung München, Westdeutsche Zeitung, Welt Online via Live-Ticker über alle wichtigen Geschehnisse. Auf Bild.de kommentiert Oliver Pocher im Live-Stream.
11. Merkel und Steinbrück haben fertig diskutiert. Wie geht es danach weiter?
Um 22 Uhr sendet die ARD eine Sondersendung mit Günther Jauch. Zeitgleich geht das ZDF mit einem "heute-journal spezial" auf Sendung. Bei RTL analysieren Wolfram Kons und Ilka Eßmüller ebenfalls um 22 Uhr zehn Minuten lang den Auftritt der Kanzlerkandidaten. Stefan Raab knüpft mit einem "Absolute Mehrheit Spezial" direkt an seine Moderation der Fernsehdebatte an und lädt unter anderem Bascha Mika und Ingo Appelt zur Diskussion.
12. Zum wievielten Mal treten die Kanzlerkandidaten im TV-Duell gegeneinander an?
Zum vierten Mal findet in Deutschland ein TV-Duell der Spitzenkandidaten vor der Bundestagswahl statt. In den 1970er und 1980er Jahren trafen sich die Spitzen aller im Bundestag vertretenden Parteien zu einer "Elefantenrunde" drei Tage vor der Wahl, die mitunter 4 Stunden andauerte und von ARD und ZDF übertragen wurde. In den 1990er Jahren wurde auf Diskussionsrunden verzichtet, bis es 2002 mit Gerhard Schröder und Edmund Stoiber erneut zu einer Fernsehdebatte kam. Seitdem hat das TV-Duell nach amerikanischen Vorbild Tradition. 
13. Wie viele Menschen schauen sich das TV-Duell an?
Wie schon in den vergangen Jahren kann auch am kommenden Sonntag mit Einschaltquoten gerechnet werden, wie man sie nur von großen Fußballspielen kennt. So schalteten vor vier Jahren 14,2 Millionen das Duell zwischen Merkel und Steinmeier ein. Als Merkel auf den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder traf waren es sogar 21 Millionen. Einer Umfrage des Institus TNS Emnid zufolge, werden auch dieses Jahr 52 Prozent der Deutschen einschalten.
14. Sonntag ist Krimi-Zeit. Wie kommen "Tatort"-Fans trotzdem auf ihre Kosten? 
Der "Tatort" wird am 1. September um 20.15 Uhr auf ORF 2 sowie um 21.45 auf EinsFestival gesendet. Allerdings handelt es sich hier um Wiederholungen der Krimi-Serie.
15. Die Körpersprache sagt oft viel aus. Wie kann ich die Gesten der Kanzlerkandidaten richtig deuten? 
Genau diesem Thema hat sich die Berliner Morgenpost gewidmet und Gesten wie "Der Wegdrücker", "Der Stapler" oder "Der Nadelstich" analysiert.
16. Wer entscheidet, ob Zuschauer zu sehen bekommen, wie Merkel sich die Nase kratzt?
Das TV-Duell wird von dem Regisseur Volker Weicker inszeniert. "Mein Job ist es, die Studiosituationen zu dokumentieren, die Reaktionen und das Mienenspiel ins Bild zu setzen, ohne zu diskreditieren" erzählte er im Interview mit der Welt

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