Spiegel: Büchner verkündet Kompromiss

Nikolaus Blome wird nicht wie geplant Vize-Chefredakteur des Spiegel, sondern "nur" Mitglied der Chefredaktion. Spiegel-Chef Wolfgang Büchner teilte den Spiegel-Ressortleitern diese Entscheidung Mittwochmittag mit. Die Ressortleiter hatten Büchner am Montag aufgefordert, die Besetzung zurückzunehmen. Nun hat sich Büchner, der sein Amt am 1. September formal antritt, zu einem Kompromiss durchgerungen, der die explosive Stimmung beim Spiegel entschärfen soll.

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Sprecherin Anja zum Hingst bestätigte die Entscheidung Büchners gegenüber MEEDIA. Es ist davon auszugehen, dass zumindest eine Reihe von Ressortleitern mit diesem Kompromiss leben bzw. arbeiten können. Hauptkritik an der Blome-Personalie war seine Berufung zum stellvertretenden Chef. Keinesfalls sollte Blome nach Ansicht vieler Spiegel-Redakteure als Blattmacher arbeiten und weisungsbefugt sein.
Und so wird Blome nun Mitglied der Chefredaktion und Leiter des Hauptstadtbüros. Am Nachmittag treffen sich die stillen Gesellschafter der Mitarbeiter KG des Spiegel zu einer Info-Veranstaltung. Der Kompromiss, den Büchner nun verkündet, wird auch dort ein beherrschendes Thema werden. In den vergangenen Tagen hat es eine auch für Spiegel-Verhältnisse fast beispiellose Zerreissprobe gegeben.

Abzuwarten bleibt, ob der Kompromiss in der aufgeheizten Stimmung gegen Blome und Büchner auf Gegenliebe stößt. Die Ressortleiter haben bei der Besetzung von Posten kein Mitspracherecht, aber sie können sich freilich mit anderen Mitteln gegen eine Besetzung in der Chefredaktion wehren. Darum reagiert Büchner nun vermutlich auch. Dazu kommt, dass die Ressortleiter in der Regel gleichzeitig auch als KG-Mitglieder Mitgesellschafter des Spiegel sind – die anders als in ihrer Redakteursfunktion – auf ein Mitspracherecht pochen.

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