Boyalarm: Hype um fiktive Sparkassen-Band

Weltweit warten Fans auf die Reunion von Boygroups wie NSync oder die Backstreet Boys. Bis es so weit ist, haben weibliche Teenies scheinbar einen neuen Schwarm gefunden: die Boygroup "Boyalarm". Mit der Single "Love can kill" feiern die vier Jungs in den Charts und auch auf Youtube Erfolge. Doch hinter Boyalarm steht kein US-Platten-Label, sondern die deutsche Sparkasse. Mehr noch: Die Band gibt es überhaupt nicht - und doch berichtet die Bravo fleißig über die neuen Teenie-Stars.

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Der Erfolg der Sparkassen-Boys begann mit einem Werbespot für das Girokonto der Sparkasse. Darin bejubelt Komikerin Martina Hill kreischend die fiktive Boyband Boyalarm. Im Hintergrund läuft die Single "Love can kill", den die Sparkasse extra für diesen Werbespot hat produzieren lassen. In der Werbung wird bereits auf die Homepage und ein Musikvideo verwiesen.
 ###YOUTUBEVIDEO###
Doch spätestens nach dem Klick auf das besagte Video wird klar: Bei Boyalarm handelt es sich offensichtlich um Satire. Schließlich wird in dem Clip jegliches Klischee rund um Boybands erfüllt: Das Singen mit geöffnetem Hemd im strömenden Regen, identische Outfits, das Posen vor großen Autos, und zufällig ist für jeden Geschmack ein Schönling dabei. Dabei bewegen die Jungs ihre Lippen nicht einmal synchron zum Text, und immer wieder geraten gelangeweilte Mitarbeiter ins Bild. 
Dennoch führt Boyalarm zu einem Erfolg, mit dem wohl selbst die Sparkasse nicht gerechnet hat. Mittlerweile wurde das Video bei Youtube über 20.000 Mal geklickt, bei Viva zählt der Musikclip zu den Top 50 der meistgeklickten Videos. Auch die Bravo reagierte prompt auf die neue "Kultband" und berichtet über "Fun Facts" zu Boyalarm. Dabei wird der Song nicht einmal von den vermeintlichen Bandmitgliedern gesungen, sondern von zwei professionellen Studiosängern.
"Man muss für die jugendliche Zielgruppe heute anders werben als noch vor ein paar Jahren", zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Sparkassen-Sprecher. Sollte der Erfolg von Dauer sein, würde die Sparkasse weitere Spots mit Boyalarm zudem nicht ausschließen. Auf Facebook hat die Fake-Band schon über 8000 Fans. Klickt man sich durch die Beiträge, so scheinen nur die Wenigsten verstanden zu haben, dass es die vier "Boys" eigentlich gar nicht gibt. Genauso wenig wie ihre Deutschland-Tournee mit Halt beim "Euskirchener Salzstangen-Wettessen" oder "Hackpüffelner Tranchiermeisterschaft".

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