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Behörden fragten 1886 Mal bei Facebook an

Von wegen Datenschleuder: Facebook hat im ersten Halbjahr 2013 nur rund jede Dritte Anfrage von deutschen Behörden auch beantwortet. Nur 37 Prozent der 1886 Anfragen zu 2068 Profilen habe man auch beabeitet, heißt es in einem jüngst veröffentlichten Transparenzbericht. In den USA liegt der Anteil mit 79 Prozent weitaus höher. Im Mutterland des weltgrößten Social Networks wurde auch sehr viel mehr Anfragen durch Behörden gestellt. FBI, NSA und Co. verlangten bei bis zu 12.000 Anfragen Auskünfte über bis zu 21.000 Profile. In sämtlichen anderen Ländern häuften sich nur 18.000 Anfragen.

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In den vergangenen Monaten waren Facebook, aber auch Google, Yahoo und Apple im Rahmen der Snowden-Enthüllungen die Kritik geraten. Der Whistleblower hatte behauptet, dass US-Behörden mittlerweile einen weitreichenden Zugriff auf die Server der Internet-Unternehmen hätten. Diese bestritten diesen unautorisierten Zugriff vehement und erklärten, nur auf gerichtliche Anordnung hin Daten auch an Ermittler auszuhändigen. Auch wenn NSA, FBI und Co. keinen Direktzugriff auf die Server der Web-Companys haben sollten: Die große Zahl der Anfragen deutet daraufhin, dass die Behörden Social Networks wie Facebook immer stärker für ihre Ermittlungen nutzen.
Der vorgelegte Transparenz-Report zeigt zumindest außerhalb der USA, dass Facebook immer öfter auch die Unterstützung der Behörden verweigert. In Polen etwa gab man nun in neun Prozent der Anfragen durch Polizei und Geheimdienste Daten von Nutzern weiter, in Ägypten verweigerte man angeblich bei allen acht Anfragen der Ermittler die Mithilfe. Kurios: In Russland soll es nur eine einzige Anfrage durch Geheimdienste bei Facebook gegeben haben – und diese wurde auch noch abgelehnt. In Indien gab Facebook nur bei der Hälfte der insgesamt 3245 Anfragen auch Nutzerdaten weiter.
Knapp hinter den USA mit der Quote der höchsten stattgegebenen Anfragen liegt Großbritannien. Im Königreich gab das Social Network in 68 Prozent der 1975 Fälle tatsächlich auch Daten zu 2337 Nutzern weiter. In den Jahren zuvor gab sich Facebook weitaus weniger transparent. Doch mit dem Börsengang im Mai 2012 ist das Unternehmen auch zu mehr Offenheit seinen Anlegern gegenüber verpflichtet.
Worauf sich die Anfragen der Behörden genau berufen, dazu macht Facebook keine Angaben. In den meisten Fälle handle es sich allerdings um Informationen im Rahmen der Ermittlungen zu Kriminalfällen, etwa Diebstähle oder Entführungen. Oft gehe es um Basis-Informationen, etwa den Namen. Andere Anfragen würden sich allerdings um IP-Adressen und Aufzeichnungen von geposteten Inhalten der Nutzer drehen. In welchen Fällen Facebook mit den Behörden zusammenarbeitet, erklärt das Unternehmen hier.

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