Horst Seehofer will Journalisten ausweisen

Sapperlot: Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich über Journalisten des ARD-Magazins "Monitor" aufgeregt. Und zwar so sehr, dass er sie am liebsten des Freistaats verweisen würde. Laut einem Bericht der Würzburger Main-Post sagte Seehofer am Rande einer Veranstaltung: "Die müssen raus aus Bayern". Eigentlich hatte "Monitor"-Mann Stephan Stuchlik die Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu Zahlungen an Abgeordnete befragen wollen.

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Stephan Stuchlik, Grimme-prämierter Journalist und ehemaliger Moskau-Korrespondent der ARD, hatte Landtagspräsidentin Stamm mehrere Tage um ein Interview ersucht. Erfolglos. Schließlich sei er mit einem Team zu einer Wahlkampfveranstaltung gefahren. Vor der Kamera habe Stamm dann aber ein Interview verweigert. Zur Begründung hieß es, Stamm wolle nicht "in einem falschen Zusammenhang zitiert werden". 

Stuchlik recherchiert zu den Pauschalzahlungen an bayerische Landtagsabgeordnete. Die hatte der Rechnungshof der Bayern als zu hoch und intransparent gerügt. Dazu sollte sich Stamm äußern. Sie weigerte sich bisher, Namen von Abgeordneten zu nennen, die für ihren laxen Umgang mit Steuergeldern gerügt worden waren.

Als Ministerpräsident Seehofer von dem journalistischen Annäherungsversuch erfahren habe, berichtete die Main-Post am Wochenende, habe er folgendes gesagt: "Das geht so nicht, da werde ich mich sofort drum kümmern. Die müssen raus aus Bayern."

Für die bayerische FDP ist die Sache klar: "Seehofer will unbequemen Journalisten einen Maulkorb verpassen", so die Generalsekretärin Miriam Gruß laut Abendzeitung München. Die Grünen stoßen in das selbe Horn: Seehofer trete "demokratische Grundprinzipien mit Füßen".  

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