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„Hertha-Lolita“: Zweifel an Glaubwürdigkeit

Statt Lolita-Affäre nur Lügenmärchen? Die Berichterstattung von Bild und B.Z. über Spieler von Hertha Berlin entwickelt sich zu einem Fall für die Medienseiten. Beide Blätter hatten in der vergangenen Woche die angebliche Affäre einer 16-Jährigen mit mehreren Fußball-Profis zum Thema gemacht. Der Spiegel berichtet nun über "Lolitas Lügen". Was stimmt: Die B.Z. bezahlte der Jugendlichen ein Honorar im Rahmen eines Exklusivvertrags. Laut Springer besteht an der Richtigkeit der Berichterstattung "kein Zweifel".

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Der Fußballverein hatte nach dem Bekanntwerden der Geschichte den Medienanwalt Christian-Oliver Moser eingeschaltet. Wie der Spiegel berichtet, habe die Schülerin eine eidesstattliche Versicherung verfasst, dass sie die Unterschrift ihrer Mutter unter dem Vertrag gefälscht habe und ihre Eltern gegen ein Interview gewesen seien. Mehr noch: Auch habe sie die B.Z.-Reporter angelogen: sie habe mit keinem der namentlich nicht genannten Spieler Geschlechtsverkehr gehabt.
Springer dementiert die Vorwürfe. Aus der Recherchelage der B.Z. ergebe sich, dass die Geschichte sich so zugetragen hätte, wie die Zeitung sie aufgeschrieben habe, kommentiert ein Sprecher den Stand der Dinge. Die B.Z. berichtete, man sei im Besitz von mehr als 20 Seiten von Chat-, Facebook-, WhatsApp-Protokollen, neun Fotos von Spielern, die dem Mädchen geschickt wurden sowie von zwei Autogrammkarten mit den Handynummern der Spieler.
Wohl auch als Reaktion auf die Spiegel-Vorabmeldung und die Anfragen der Spiegel-Redakteure brachte die B.Z. am Samstag ein großes Erklärstück. Darin wird die Existenz eines Vertrages, wenn auch ohne Angaben zur Höhe der Zahlung an die Informantin, bestätigt. Weiter heißt es, dass das Papier von einem “B.Z.-Reporter, dem Mädchen und – wie das Mädchen gegenüber der B.Z. zunächst behauptete – auch seiner Mutter” unterschrieben worden war. Jetzt würde das Mädchen allerdings behaupten, die Unterschrift der Mutter gefälscht zu haben. Ferner hätte die Jugendlich sogar Selbstanzeige gestellt.
Zuvor hatte ein Springer-Jurist dem Spiegel noch versichert, dass die Berichterstattung sehr wohl mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Eltern stattgefunden hätte. Wie ein Springer-Sprecher außerdem mitteilte, hätte es bisher keinerlei rechtliche Schritte gegen die B.Z. gegeben.
Auch die Bild hatte im Laufe der vergangenen Woche über die Lolita-Affäre berichtet. Der Spiegel zitiert einen Springer-Juristen, der feststellt: Die Behauptung, das Mädchen habe Geschlechtsverkehr mit einem der Spieler gehabt, stelle man gar nicht auf. Doch online zitierte die Bild vergangene Woche ein Statement der 16-Jährigen aus der B.Z. mit den Worten “Wir hatten Sex, aber er war plötzlich plump und respektlos.” Mittlerweile spricht die B.Z. selbst nur noch von "erotischen Kontakten". In der B.Z.-Ausgabe vom Montag ist sogar nur noch von "Kontakten" die Rede.

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