US-Reporter beschimpft Putin im Russen-TV

Eigentlich sollte in dem englischsprachigen, russischen Nachrichtenkanal RT am Mittwochabend gesittet über das Urteil gegen den us-amerikanischen Whistleblower Bradley Manning diskutiert werden. Der live zugeschaltete US-Journalist James Kirchick hatte jedoch andere Pläne. Kaum war er auf Sendung, streifte sich Kirchick regenbogenfarbene Hosenträger über und wetterte gegen die das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz, Präsident Putin und die Unterdrückung der Pressefreiheit.

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"Hier, auf diesem vom Kreml geschaffenen Propagandasender, werde ich meine Gay-Pride-Hosenträger tragen und dieses schreckliche Gesetz verurteilen, das Präsident Wladimir Putin unterzeichnet und die russische Duma verabschiedet hat", rief Kirchick. Der offen homosexuelle US-Journalist war aus Stockholm zugeschaltet und ließ sich von der konsternierten RT-Moderatorin nicht stoppen. “Ich bin wirklich nicht daran interessiert, hier über Bradley Manning zu reden”, sagte er auf die wiederholten Aufforderungen, doch nun zum Thema zu kommen.

Auch die Moderatoren des russischen Staatssenders RT bekamen ihr Fett weg. Sie sollten sich schämen für diesen Sender zu arbeiten, so Kirchick, er wisse nicht, wie sie nachts schlafen könnten, angesichts der Lügen, die sie verbreiten würden. Und weiter: "Sie lügen 24 Stunden lang über die Ereignisse in den Vereinigten Staaten, ignorieren aber, was sich in Russland abspielt."

Auslöser des Ausbruchs ist ein umstrittenes russisches Gesetz, dass das positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder in Medien unter Strafe stellt. Ein Moderator der Sendung wies darauf hin, dass der Sender bereits über das Gesetz berichtet habe und Kirchick die Sendung bei YouTube nachsehen könne. Der US-Journalist ließ sich davon nicht beschwichtigen. Bei RT könnten sie doch gar nicht bestimmen, worüber sie berichten, schäumte Kirchick weiter. So lange bis die Verbindung zu ihm schließlich unterbrochen wurde.
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