SPD-Politiker lästert über Hauptstadtmedien

Torsten Albig (SPD) ist Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Er war aber auch Ministeriumssprecher von Oskar Lafontaine, Hans Eichel und Peer Steinbrück, kennt sich also aus mit Medien. Im aktuellen Cicero äußert sich Albig im Interview u.a. über die Hauptstadtmedien und deren Verhältnis zum SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Den Medien stellt er dabei ein mieses Zeugnis aus. Die Berliner Medien seien opportunistisch, würden der “Stärke hinterherlaufen” und ihre Wirkung überschätzen.

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Der SPD schreibt Torsten Albig ins Stammbuch, sie müsse den Wahlkampf nun quasi “an der Haustür gewinnen”. “Ob das reicht, um die mediale Lage – die ist, wie sie ist – auszugleichen, werden wir sehen. Aber der Berliner Journalismus überschätzt seine Wirkung in Husum oder Trappenkamp. In Berlin werden Dinge heiß diskutiert, von denen hört man in Trappenkamp nie.” Will heißen: Auf dem Raumschiff Berlin gehen die Uhren anders als in der weitläufigen Provinz.

Laut Albig hätten Menschen im Land “auch noch was anderes zu tun, als Berliner Pressemappen zu lesen. Die Leute arbeiten, denken über ihr eigenes Leben nach. Und über Leute, die real vor ihnen stehen. Vertrauen, Wertschätzung – das braucht Kontakt. Wir unterschätzen heute die Bedeutung der uralten 1.0-Welt.” Auf die Frage, ob die Berliner Medien Steinbrück kleingeschrieben hätten, sagt Albig im Cicero: “Sie verhalten sich wie immer. Sie sind opportunistisch und laufen der Stärke hinterher.”

Würde Angela Merkel Schwäche zeigen, würde über sie auch anders geschrieben werden. Dann bekommt der SPD-Kandidat aber auch noch einen mit: “Aber das darf einen nicht überraschen, dass man gleich in Tränen ausbricht. Wenn man stolpert, heißt es aufstehen, Mund abwischen, weitergehen.” Das kann man als Anspielung auf den tränenreichen Gefühlsausbruch von Peer Steinbrück bei einer SPD-Veranstaltung lesen.

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