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Scripted Reality: Medienrat fordert Kennung

"Mitten im Leben", "Schulermittler" oder auch "Verdachtsfälle" - geht es nach dem Medienrat sollen Scripted-Reality-TV-Formate wie diese künftig besser gekennzeichnet werden. Bei diesen Sendungen handelt es sich um Alltagsreportagen, deren Handlungen frei erfunden sind. Durch Laiendarsteller sollen die Formate aber einen authentischen Eindruck vermitteln. Laut Medienkontrolleuren würden diese verwischten Grenzen zwischen Wirklichkeit und gestellter Realität der Glaubwürdigkeit des Fernsehens wesentlich schaden.

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"Wir fordern eine stärkere Kennzeichnung dieser Formate", zitiert Horizont den Vorsitzenden des Medienrats der Medienanstalt Hamburger/Schleswig-Holstein (MA-HSH) Lothar Hay. "Vor allem Kinder und Jugendliche sollen sicher erkennen können, was Wirklichkeit oder eben nur gestellte Wirklichkeit ist." Bislang sind diese Formate nur im unteren Teil des Abspanns als "frei erfunden" deklariert. 
Als Medienrat wolle man daher einen Beitrag dazu leisten, dass Zuschauer "von sich aus die notwendige kritische Distanz zu diesen Formaten einnehmen können." Dies werde sich der MA-HSH-Medienrat nun zur Aufgabe machen.
Wenn es mit den Einschaltquoten bei den Scripted-Reality-Formaten so weitergeht, könnte sich das Thema allerdings auch von alleine erledigen. So verzichtet RTL ab Mitte September auf die Ausstrahlung der gescripteten Alltagsreportagen am Wochenende. Stattdessen versucht der Sender fortan mit Krimis wie "Monk" oder "Law & Order" die zuletzt einstelligen Einschaltquoten zu retten.

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