Nikolaus Blome wird Spiegel-Vizechef

Wolfgang Büchner holt noch vor seinem Antritt einen Vizechef von außen zum Spiegel. Und der kommt ausgerechnet von den "Brandstiftern" (Spiegel-Titelgeschichte) bei der Bild. Der Leiter des Hauptstadtbüros, Nikolaus Blome, wird künftig das Berlin-Büro des Spiegel leiten. Der bisherige Berlin-Chef Konstantin von Hammerstein tritt ab, wird künftig nur noch als Autor arbeiten. Büchner sendete der Spiegel-Truppe am Mittwochvormittag ein klares Signal: "Wir müssen Inventur beim Heft und bei Spiegel Online machen."

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Blome tritt seinen neuen Job am 1. Dezember an. Er wird auch Berlin-Chef von Spiegel Online, verkündete Wolfgang Büchner am Mittwochmorgen in Hamburg. Mit Blome trete "einer der profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands" für den Spiegel an, so Büchner, der selber sein Amt offiziell erst am 1. September antritt. Beim Spiegel sind Martin Doerry und Klaus Brinkbäumer ebenfalls stellvertretende Chefredakteure. Beide werden mit Büchner das Blatt machen.
Der Wechsel ist nicht ohne Brisanz. Die Bild gilt bei dem Nachrichtenmagazin als Blatt der "Brandstifter". So zumindest lautete die Titelgeschichte über die Bild-Zeitung, die der Spiegel 2011 gedruckt hatte. Die These hatte damals gelautet: Bild übernehme die Rolle einer "rechtspopulistischen Partei". 

Nun ist Blome nicht unbedingt im Verdacht, solches Gedankengut zu vertreten. Im Gegenteil ist er eine Art TV-Gesicht der Bild. Er vertritt das Blatt etwa bei Talkshows, hatte während der Affäre um Christian Wulff viel TV-Präsenz. Blome talkt seit einiger Zeit auch gemeinsam mit Jakob Augstein, dem Sprecher der Erbengemeinschaft des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, auf dem Sender Phoenix über Politik. 

Weitere Personalien, so viel teilte Büchner seinen Kollegen am Mittwoch mit, werde es zunächst nicht geben. Denn: "Wir müssen Inventur beim Heft und bei Spiegel Online machen."

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