Einstieg bei Vice: Murdoch wird Hipster

Rupert Murdoch hat wieder eingekauft: Über seine News Corp. sicherte sich der Medienmogul fünf Prozent der Anteile an dem weltweit agierenden Medienunternehmen. Der 82-Jährige soll 70 Millionen Dollar dafür gezahlt haben. Das berichtet die Financial Times. Damit wird der Wert von Vice Media auf 1,4 Milliarden Dollar geschätzt. Gestartet als Print-Magazin in 1994 ist Vice mittlerweile weltweit aktiv. Der Einstieg kommt für Murdoch zur rechten Zeit.

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Denn just in diesen Tagen teilt der 82-Jährige sein Medienreich in zwei Hälften: das Printgeschäft mit dem Wall Street Journal und weiteren Publikationen geht in der News Corp. auf, das Unterhaltungsgeschäft wird bei 21st Century Fox gebündelt. Dort wird man sich auch um die Verknüpfung von Vice-Inhalten kümmern. Der Kauf, der am Montag bekanntgegeben werden soll, wurde allerdings noch über die News Corp. abgewickelt.
Vice verfügt mit seinen Magazinen, Webseiten und Social-Media-Kanäle über eine sehr junge Zielgruppe. Die schätzt den Mix aus ernsten Reportagen und weniger ernstzunehmenden Sex-Geschichten. Bereits im vergangenen Oktober hatte Murdoch nach einem Besuch der New Yorker Vice-Büros auf Twitter erklärt, dass er von dem Unternehmen angetan sei. Auf Nachfrage, ob er einsteigen wolle, hatte er allerdings erwidert, dass Großunternehmertum wohl das Letzte wäre, was dieses Unternehmen bräuchte. 
Im April musste Vice-Gründer Shane Smith erklären, dass er sein milliardenschweres Unternehmen nicht verkaufen will. Denn weitere 20 Prozent an Vice Media hält der Marketingriese WPP. "Wenn die Menschen uns auf eine Milliarde Dollar schätzen: fein. Wir verkaufen trotzdem nicht." Eine wichtige Aussage für einen Medienkonzern, dessen Produkte in der Zielgruppe wegen ihrer Authentizität geschätzt werden. 

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