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Schweizer Tatort beendet Krimi-Sommerpause

Der ARD-"Tatort" kehrt aus der Sommerpause zurück. Auf Facebook wurde seit Wochen gegen die Wiederholungen protestiert, die teilweise schon aus den Jahren 2010 und 2011 waren. Jetzt eröffnet ein Schweizer "Tatort" die neue Saison. Die synchronisierten Luzern-Fälle mit Reto Flückiger holten bisher eher schwache Quoten. Doch der Fall mit dem Titel "Geburtstagskind" ist ein sehenswerter "Tatort" alter Schule.

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Ein Geburtstag: Amina Halter (Carla Chiara Bär) wird 14 Jahre alt. Wirklich feiern möchte sie nicht, nur widerwillig setzt sie sich zur Familie an den Tisch. Dann herrscht doch für einen Moment Familienidylle. Bis es klingelt. Der leibliche Vater von Amina möchte ihr gratulieren und ihr ein Geschenk geben. Amina lehnt es ab, die beiden Väter streiten sich. Es gibt ein Gerangel. Amina flüchtet in ihr Zimmer.
Am nächsten Morgen findet man die Leiche eines Teenagers. Amina Halter wurde mitten im Wald erschlagen. Niemand weiß was sie dort wollte. Die Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) stehen vor einem Abgrund: Der leibliche Vater Kaspar Vogt (Marcus Signer) hatte ein Drogen- und Alkoholproblem, der neue Vater Beat Halter (Oliver Bürgin) hat die Familie in eine christliche Sekte namens „Kreis der Gnade“ gezogen. Die Mutter Ursula (Sarah Spale) ist hin und her gerissen zwischen ihrer alten Liebe und ihrem neuen Leben. Besonders schwierig wird es, als die Ermittler herausfinden, dass Amina schwanger war und sich bei einer Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch gemeldet hat.
„Geburtagskind“, so der Episodentitel, ist ein "Tatort" alter Schule: Das Privatleben der Ermittler bleibt bis auf zwei Sätze außen vor. Flückiger hat ein Problem mit Religion und Ritschard war früher ein Problemkind. Doch so ein "Tatort" funktioniert nur, wenn der Mainplot gut durchdacht ist. Das ist er in diesem Fall. Es gibt keine Patzer im Drehbuch und die Schauspieler tragen ihre Rollen. Bürgin, in der Rolle des fanatischen Christen, fällt besonders auf. Man sieht ihm den Wahnsinn förmlich an, als seine (vermeintlich) heile Familie zu zerbrechen droht.
Allen Klisches der Schweizer Behäbigkeit zum Trotz, ist „Geburtstagskind“ ein dynamischer, ein glaubwürdiger "Tatort". Und, nicht ganz unwichtig: spannend bis zum Schluss. Fans der alten "Tatort"-Schule werden auf ihre kosten kommen.

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