taz muss Sarrazin 20.000 Euro zahlen

Die taz muss tief in ihre Genossenschaftstasche greifen und Thilo Sarrazin 20.000 Euro zahlen. Das hat die Zivilkammer 27 des Landgerichts Berlin am gestrigen Donnerstag in einem Hauptsacheverfahren entschieden. Es ging um eine Kolumne von Deniz Yücel. Sarrazin klagte auf eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und eine Entschädigung. In beiden Fällen gaben die Richter dem Ex-Politiker und Autoren recht. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der Presserat die Kolumne missbilligt.

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Sarazin war gegen folgende Formulierung vorgegangenen: „Buchautor Thilo S., den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“.

Beim Presserat hatten sich nach Erscheinen der Kolumne, die auf der Webseite der taz veröffentlicht worden war, 25 Leser beschwert. Auch die Medienwächter waren von der Passage wenig begeistert. Sie hielte sie unvereinbar mit der Menschenwürde, jemandem eine schwere Krankheit oder Schlimmeres zu wünschen. Sie meinen, dass das Stück über eine kritische Meinungsäußerung weit hinausgehe. Deshalb sprach der Presserat nun eine Missbilligung aus.

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