Focus: Vize-Chefredakteurin muss weg

Der Focus steckt mitten im nächsten inhaltlichen und redaktionellen Umbau: Kurz vor seinem Ausscheiden als CHefredakteur renovierte Helmut Markwort noch einmal sein Nachrichtenmagazin, dann durfte Wolfram Weimer das Heft relaunchen und nun legt auch Jörg Quoos stärker Hand an dem Magazin an, dessen Kiosk-Verkäufe immer seltener die 100.000er-Marke überspringen. Wie die SZ berichtet soll die Agentur KircherBurkhardt dazu Ideen entwickeln. Zudem verlässt die stellvertretende Chefredakteurin Carin Pawlak den Focus.

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Pawlak soll – laut Süddeutschen Zeitung – von sofort an freigestellt sei. Der Vertrag der 47-Jährigen laufe allerdings noch bis Anfang kommenden Jahres. So lange solle die Journalisten, die bereits seit 1997 für den Focus schreibt, auch noch im Impressum stehen. Als Grund für die Trennung führt die SZ „angebliche atmosphärische Störungen“ zwischen Chefredakteur Quoos und seiner Stellvertreterin an.

Wie Burda gegenüber MEEDIA bestätigte wird die Position der stellvertretenden Chefredakteurin nicht neu besetzt. Künftig arbeitet Blattmacher Quoos mit nur zwei Stellvertretern. Pawlaks zweiter Aufgabenbereich, die Leitung des Kultur-Ressorts übernehmen erst einmal kommissarisch ihre Stellvertreter Jobs-Ulrich Brand und Stefan Ruzas.

Wie aus dem Verlag zu hören, ist allerdings noch unklar, ob es überhaupt einen festen Relaunch-Einschnitt geben wird oder ob die Umbaumaßnahmen, die Quoos seit seinem Amtsantritt peu a peu umsetzt, einfach schrittweise fortgesetzt werden. Intern werkelt aber längst eine Arbeitsgruppe an neuen Konzepten. Diese Task Force wird nun von den Berliner Design- und Medien-Experten von Kircher Burkhardt unterstützt.

Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird – laut Süddeutscher Zeitung – die Umgestaltung des Covers sein. Der Titel gehört zu den wichtigsten Baustellen des Focus. Seit Monaten hat das Nachrichten-Magazin vor allem im Einzelverkauf, der erheblich auch von den Titelstorys und deren optischer Aufmachung beeinflusst wird, zu kämpfen.

Im zweiten Quartal verlor das Nachrichten-Magazin im Gesamtverkauf lediglich 1,66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Verantwortlich dafür war jedoch eine erheblich Ausweitung der Sonderverkäufe. Im Einzelverkauf beläuft sich das Minus dagegen auf 22,38 Prozent.

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