Facebook-Partys: So viel kassiert die Polizei

Spätestens seit Thessas versehentlicher Facebook-Party im Juni 2011 sollte man wissen, dass die Einladungen via Social Network gewisse Risiken birgen. Immerhin hatte die damals 15-Jährige knapp 12.000 Leute auf ihrer Gästeliste. Die Folge: Ein Großeinsatz der Hamburger Polizei zum Schutz ihres Elternhauses und der Nachbarschaft war nötig. Immer wieder laufen Facebook-Partys aus dem Ruder, so dass die Ordnungskräfte eingreifen müssen. Das Land Hessen erstellte jetzt eine Preisliste für die Partywütigen.

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Facebook ist in vielerlei Hinsicht eine schwierige Sache: Zum einen wird immer wieder der Datenschutz bemängelt, zum Anderen kommen viele User mit den Sicherheitseinstellungen nicht klar. So gab es schon die eine oder andere unfreiwillige Facebook-Party.
Eine der bekanntesten war die der damals 15-jährigen Thessa, die eigentlich nur ihre Freunde zu ihrem 16. Geburtstag einladen wollte, aber dann den Event öffentlich machte. Das Ergebnis waren damals 55.000 (ausstehende) Einladungen. Bei einer Australierin hatten sich sogar 200.000 ungebetene Gäste angemeldet. Im saarländischen Numborn kamen 2.000 Menschen. Alleine dort entstanden Kosten von rund 100.000 Euro kosten.
Für die Polizei sind diese Facebook-Partys sehr teuer und mit sehr großem Aufwand verbunden. So werden auch schon mal die Veranstalter dieser Partys, unabhängig davon ob es unabsichtlich oder absichtlich war, zur Kasse gebeten. In Konstanz hat ein Lehrling eine Party via Facebook veranstaltet und bekam einen Gebührenbescheid von knapp 228.000 Euro. 
Rheinland-Pfalz überlegt jetzt seine Gebührenordnung anzupassen. Nach der Sommerpause soll in Mainz eine Erweiterung des Landes Gebührengesetztes entschieden werden. In schönsten Beamtendeutsch geht es dann um "Einsätze wegen einer (schuldhaft herbeigeführten) öffentlichen Ansammlung aufgrund eines Aufrufes oder dessen Weiterverbreitung in einem Sozialen Netzwerk".
Hessen ist da schon einen Schritt weiter und hat seine Verwaltungskostenordnung bereits geändert.
Hessen ist da schon einen Schritt weiter und hat seine Verwaltungskostenordnung bereits geändert. Der Hessische Rundfunk spricht von einer Facebookparty-Preisliste. Eine Viertelstunde Einsatz kostet demnach 15 Euro pro Beamter; Anreise, Absperrungen, Polizeihunde und Helicopter kosten extra. So können schnell 6.00 Euro pro Viertelstunde zusammen kommen. Eine Stunde Party würde demnach 2.400 Euro kosten.

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