Neue Homepage: Merkel wird persönlich

Pünktlich zum Wahlkampf präsentiert sich die Webseite von Bundeskanzlerin Angela Merkel im neuen Gewand. Mit sehr persönlichen Kurztexten über ihre erste Ehe und Rouladen, kombiniert mit großen Bildern, will die Politikerin sich von ihrer privaten Seite zeigen. Beim Design ist sie up-to-date: Die neue Webseite ist im sogenannten One-Page-Design aufgebaut. Ihr Gegner, der SPD-Kandidat Peer Steinbrück, setzt derweil auf den Kachellook von Windows 8.

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“Meine erste Ehe in den Studentenjahren hat leider nicht lange gehalten”, heißt es. Oder: "Ich koche sehr gern, am liebsten Rouladen und Kartoffelsuppe." Solche Worte von der Bundeskanzlerin? Der Leser merkt schnell: Auf der neuen Webseite menschelt es heftig. Der Nutzer scrollt sich von der Kindheit der kleinen Angela über die Schul- und Studienzeit und ihre politischen Anfänge bis in die Gegenwart. Keine Textwüsten, keine weiteren Links: Der Fokus liegt auf großen Bildern und sehr persönlich formulierten Texten.

Wenig Text, viel Bild: der neue Webauftritt von Angela Merkel

Auffälligstes Merkmal der neuen Webseite sind allerdings weniger die Inhalte als deren Verbindung mit dem Inhalt. Erinnerungen an die preisgekrönte Multimedia-Reportage “Snow Fall” der New York Times werden wach. Auch hier ließen sich Texte und Bilder auf einer einzigen Seite konsumieren. Responsiv ist die Seite zudem auch, d.h. sie passt sich dem jeweiligen Endgerät passgenau an. Weil die Inhalte narrativ angeordnet werden, wird der der Lesefluss nicht unterbrochen. Auf Angela-Merkel.de erzählt die CDU also die politische Laufbahn der Bundeskanzlerin.
Auf einen völlig anderen Look setzt derweil die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Peer Steinbrück. Hier hat sich das Wahlkampfteam am Kachellook von Windows 8 orientiert. Statt großer Bilder bekommt der Nutzer hier viele Einzelbausteine und Links präsentiert. Aber ein direkter Vergleich der Seiten fällt schwer. Während Steinbrück als Herausforderer seine Argumente für den Wahlkampf erklärt, setzt Merkels Team auf Emotionalisierung. Doch die Sozialdemokraten wissen sich zu helfen: Wer beim Eingeben der Url den Bindestrich vergisst, landet auf der Homepage der SPD.

Peer Steinbrück kachelt los: kleinteiliges Layout, viel Inhalt

Ganz ohne Verlinkungen kommt allerdings auch die richtige Merkel-Webseite nicht aus. Wer bis zum Ende gescrollt hat, findet im Footer neben dem obligatorischen Impressum einen Verweis auf die Facebook-Seite der Kanzlerin sowie eine Übersicht mit Terminen. Verantwortlich für den neuen Look der Seite zeichnet die CDU gemeinsam mit der Kreativ-Agentur Blumberry. Zuletzt hatte Blumberry die Kampagne "Ich will Europa“ realisiert.

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