Mail in Germany: bisschen sicherer, mehr PR

Die Deutsche Telekom und der Internet-Anbieter 1&1 (zu dem gehören u.a. Web.de und GMX) haben unter dem Schlagwort "E-Mail made in Germany" eine deutsche E-Mail-Initiative vorgestellt. Mails von Kunden der beiden Firmen sollen automatisch verschlüsselt und nur noch auf deutschen Servern gespeichert werden. Hintergrund des werbewirksamen Vorstoßes ist die Ausspähaffäre Prism rund um den US-Geheimdienst NSA. Völlige Sicherheit bleibt aber trotz aller Versprechen eine Illusion.

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Zunächst einmal wollen Telekom und 1&1 Mails ihrer Kunden nun ausschließlich in deutschen Rechenzentren speichern. Außerdem wird beim Mailverkehr eine Sicherheitstechnik namens SMTP-TLS eingesetzt, die Anbieter-seitig sowohl bei Absender, als auch Empfänger installiert sein muss. Entspricht eine Adresse, die man anmailen möchte, nicht diesem Sicherheitsstandard, kann man dies daran erkennen, dass ein spezielles Sicherheitssiegel fehlt. Auch Google setzt die Technik ein, andere große US-Unternehmen wie Facebook, Yahoo oder AOL laut einem Cnet-Bericht allerdings nicht.
Zwar werden Mails zwischen Absender und Anbieter schon mit dem so genannten SSL-Verfahren verschlüsselt, bei den Anbietern müssen die Mails trotzdem in lesbarer Form vorliegen. Sollten Deutsche Behörden auf Mails per Gerichtsbeschluss Zugriff bekommen, muss dies von den Anbietern schließlich ermöglicht werden.
Weitergehende Sicherheit bieten Verschlüsselungsprogramme wie das bekannte PGP Pretty Good Privacy, das Mails beim Versand so verschlüsselt, dass auch der Anbieter nicht mitlesen kann. Laut Experten können die großen Geheimdienste aber selbst auf PGP-verschlüsselte Mails zugreifen.
Der Slogan "E-Mail made in Germany" mag eingängig klingen und die eingesetzte Technik gilt als per se nicht schlecht. Absolute Sicherheit vor Daten-Schnüfflern kann aber auch die Mail made in Germany nicht garantieren. Letztlich bleibt die Aktion ein netter Werbegag.

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