Krömer: Matussek scheitert vor Landgericht

Für das Landgericht Hamburg ist es in Ordnung, wenn der TV-Moderator Kurt Krömer einen seiner Gäste als "hinterfotziges Arschloch" und "Puffgänger" bezeichnet. Der so titulierte Spiegel-Redakteur Matthias Matussek wollte dem Krömer-Darsteller und dem Ersten, in dem "Krömer - Late Night Show" läuft, solche Flegeleien nicht durchgehen lassen. Doch laut Gericht darf die Sendung am Samstag ausgestrahlt werden. Matussek will nun vor das Oberlandesgericht.

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Das Landgericht Hamburg hatte am Donnerstag entschieden, der Journalist sei nicht in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Einzeln betrachtet, wären die Ausdrücke zwar Beleidigungen, aber man müsse den Kontext beachten. Wer zu Kurt Krömer in die Sendung gehe, müsse mit Provokationen rechnen. Und Krömer (eine Kunstfigur, die sich der Schauspieler und Comedian Alexander Bojcan ausgedacht hat) sei für seine flapsige Art bekannt, die er als Stilmittel einsetze. 
Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel sieht den Sachverhalt anders und sagte dem Tagesspiegel: "Ließe man sich diese Beleidigungen ohne Weiteres bieten, ist absehbar, dass Krömer in der nächsten ‚Show‘ einen arglosen Gast als ‚kinderschändenden Nazi‘ beschimpft, der Weddinger Pöbel grölt und die Intendanz des RBB klatscht Beifall zu dieser gelungenen Erfüllung des Programmauftrages."
Unklar ist, ob Matussek und Anwalt noch am Freitag eine Unterlassung vor dem OLG erwirken können.
Die Sendung läuft am Samstag 10.08. um 23:40 Uhr in der ARD.

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