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Springer-Chef droht DFL und Sky mit Klage

Bei Springer ist die Vorfreude auf die kommende Bundesligasaison noch getrübt. Der Grund: die Sky Sports News HD-App. CEO Mathias Döpfner kündigte während der Präsentation der Halbjahresbilanz an, man sei überzeugt, "dass die DFL das Problem mit Sky bis Freitag gelöst" habe. Das klang noch diplomatisch. Doch dann legte er nach: "Alles andere wäre ein Rechtsbruch und das würden wir nicht hinnehmen." Springer sieht in der neuen Sky-App eine Bedrohung seines Bundesliga-Angebotes bei Bild.

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Für geschätzte 20 Millionen Euro hat die Springer AG die Online-On-Demand-Rechte an der Fußballbundesliga gekauft. Heißt: Eine Stunde nach Abpfiff darf die Bild eine Zusammenfassung der Partie als Paid-Content-Service verkaufen. Die Zusammenfassungen werden über ein Web-Portal, eine Mobil- und Smart-TV-App vertrieben.

Dieses Geschäftsmodell sehen die Berliner offenbar durch die neue Sky Sports News HD-App bedroht. Wichtigste Funktion der Applikation der TV-Station ist ein Live-Stream des Sportnachrichten-Kanals. Dieser zeigt bereits kurz nach Spielschluss in kurzen Berichten jeweils die besten Szenen der gerade abgepfiffenen Spiele.

Die App-Nutzer könnten also weit vor den Bild-Kunden alle Tore sehen – und das auch noch billiger. Die Sky-App kostet lediglich einmalig 4,49 Euro. Für die Bundesliga bei Bild sind mindestens 7,98 Euro pro Monat fällig.

Während des Conference-Calls zur Halbjahresbilanz machte Döpfner noch einmal klar, dass man keinen Grund für eine gütliche Einigung mit Sky sehe. Springer sieht sich klar im Recht und fordert, die DFL müsse die Rechte, "die sie uns verkauft hat" auch liefern. Das Sky-Angebot entspreche "nicht den Verträgen, die wir mit der DFL geschlossen haben". Im schlimmsten Fall müsste Springer Schadenersatzklagen und Strafanzeige wegen Betruges stellen. "So weit wird es nicht geben", ist der Verlags-CEO überzeugt.

Neben dem Disput mit der Deutschen Fußball-Liga äußerte sich der Vorstandschef noch zu allen weiteren wichtigen Themen rund um sein Medienhaus: 

–    Die Einnahmen aus dem Funke-Deal sollen überwiegend in die digitale Transformation fließen. Sowohl in die Kernmarken Welt und Bild, als auch in den Bereich Classified Ads, der noch immer das größte Wachstumspotential hat

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–    Wenn keine utopischen Summen aufgerufen werden, ist Springer am Kauf der Scout-Gruppe interessiert 

–    Am Ende des Jahres wird die Welt digitale Vertriebserlöse im mittleren einstelligen Millionenbereich erzielen

–    Der Vorstandsvorsitzende wunderte sich, dass in den USA nach dem Boston Globe- (80 Millionen Dollar) und Washington Post-Verkauf (250 Millionen Dollar) die Preise für Tageszeitungen derart niedrig sind: "Für 188 Millionen Euro hätte ich die Washington Post auch genommen." 

–    Zudem wiederholte der CEO die Bestandsgarantie für die journalistische Marke Welt, aber nicht für den Distributions-Kanal Papier. Allerdings sagte Döpfner auch, dass es keine Pläne für eine Umstellung gebe. In den nächsten Jahren werde die Welt und die Welt am Sonntag auch weiterhin auf Papier erscheinen. Der Manager glaube allerdings auch, dass die Zukunft "das multimediale Marken-Abo sein wird".

–    Einen Einstieg bei ProSiebenSat.1 schloss der Springer-Chef zum wiederholten Male kategorisch aus.

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