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Jeff Bezos kauft die Washington Post

Die Washington Post gab bekannt, dass sie von Amazon-Gründer Jeff Bezos gekauft wurde. Das 1877 gegründete Renommeeblatt geht für den Kaufpreis von 250 Millionen Dollar an den Internet-Unternehmer. Bezos übernimmt die Washington Post als Privatperson – und nicht durch den Internet-Giganten Amazon. Im Kaufumfang enthalten ist das Zeitungsgeschäft der Washington Post, nicht aber andere Konzernsparten der vier Milliarden Dollar schweren Aktiengesellschaft.

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Die Washington Post gab bekannt, dass sie von Amazon-Gründer Jeff Bezos gekauft wurde. Das 1877 gegründete Renommeeblatt geht für den Kaufpreis von 250 Millionen Dollar an den Internet-Unternehmer. Bezos übernimmt die Washington Post als Privatperson – und nicht durch den Internet-Giganten Amazon. Im Kaufumfang enthalten ist das Zeitungsgeschäft der Washington Post, nicht aber andere Konzernsparten der vier Milliarden Dollar schweren Aktiengesellschaft.    

Das ist ein wahrlich spektakulärer Übernahmecoup in der kriselnden US-Zeitungsindustrie: Nicht ein Branchenrivale oder Private Equity-Investor hat die Washington Post übernommen, sondern der Internet-Unternehmer Jeff Bezos! Der 49-jährige Amazon-Gründer, der dank des Börsenhöhenflugs des von ihm gegründeten Internet-Einzelhändlers über ein Vermögen von inzwischen über 25 Milliarden Dollar verfügt, hat die renommierte US-Tageszeitung für 250 Millionen Dollar übernommen.

Das gab die börsengelistete Washington Post Group nach Handelsschluss an der Wall Street bekannt. Bezos übernahm allerdings lediglich das 1877 gegründete Renommeeblatt (inklusive der Online-Ausgabe), das u.a. 1972 die Watergate-Affäre aufdeckte, in die US-Präsident Nixon verwickelt war. Andere Konzernteile wie Kaplan, das TV-Geschäft Post–Newsweek Stations und Cable ONE sind ebenso wenig betroffen wie Online-Aktivitäten wie etwa Slate, TheRoot.com und andere Publikationen wie Foreign Policy.

Verleger Graham: "Wollen mehr als nur überleben"

"Die Post hätte auch unter den bisherigen Eigentümern überleben können. Aber wir wollen mehr als nur überleben", begründete Vorstandschef Donald Graham, der die US-Prestigezeitung bereits in der vierten Familiengeneration führte, den Verkauf. "Ich behaupte nicht, dass der Verkauf den Erfolg garantiert, aber die Erfolgschancen steigen so erheblich", so Graham.

Die Washington Post Group, die an der New Yorker Börse mit rund vier Milliarden Dollar bewertet wird, legte in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel um mehr als 5 Prozent auf 599 Dollar zu. Das US-Medienunternehmen, an dem die Anlagelegende Warren Buffett seit den 70er-Jahren beteiligt ist, will sich nach dem Verkauf ihres Zeitungsgeschäfts umbenennen.

Jeff Bezos‘ Offener Brief: "Die Werte müssen sich nicht ändern"

"Die Werte der Post müssen sich nicht ändern", erklärte der Amazon-Chef in einem Schreiben an die Belegschaft. "Ich werde die Washington Post nicht als Tagesgeschäft führen", betonte Bezos wegen seiner Rolle als Amazon-Chef.

Gleichzeitig schwang sich Bezos zu einer Botschaft als Beschützer des Qualitätsjournalismus auf: "Journalismus spielt eine kritische Rolle in unserer freien Gesellschaft, und die Washington Post – als Heimatzeitung der Hauptstadt der USA – ist da besonders wichtig."

Bezos-Investment Business Insider: "Kauf ist ein Schnäppchen"

Offenkundig hat Bezos seine Leidenschaft für den Journalismus entdeckt: Im April erst investierte der 49-Jährige 5 Millionen Dollar in das Blog-Konglomerat Business Insider des früheren Internetaktien-Analysten Henry Blodget.

Das analysierte, wie es sich für das Tagesgeschäft gehört, natürlich umgehend die Übernahme der Washington Post: "Die finanziellen Rahmendaten der Washington Post legen nahe, dass Bezos ein ziemliches Schnäppchen gelungen ist", so die Einschätzung des Blogkonglomerats.

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