‚So wichtig wie Napoleon ist das Thema nicht‘

Sollte die Spiegel-Redaktion ein erstes Fazit seiner Multi-Story zur Zukunft der Zeitung ziehen, dürfte es positiv ausfallen. Im Social-Web wird das Thema kräftig diskutiert. Ironisch merkt Christian Jakubetz allerdings an: „So wichtig, dass man es auf den Titel gehoben hätte, ist es noch nicht, da war Napoleon schon wichtiger.“ Via Twitter kommentiert der stern-Investigativ-Mann Dirk Liedtke: „Das Stück von @schnibben über die Lage der Tageszeitungen ist so gut, dass die Sommerlaune total verfliegt."

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Als erster und bleibender Eindruck bleibt für Christian Jakubetz: „Wenn man das mittelfristige Ende der Tageszeitung an einem Indikator festmachen will (außer natürlich an den ganzen anderen, den Zahlen beispielsweise), dann kann man das inzwischen ganz gut an der Tonart festmachen, die inzwischen auch aus den Verlagen, ihren Geschäftsführungen, Herausgebern und Chefredakteuren angeschlagen wird. Die war noch vor gar nicht mal so langer Zeit so, dass Menschen, die an eine Digitalisierung des Journalismus glaubten, als eher bemitleidenswerte Spinner belächelt wurden.“
Im Altpapier freut sich Christian Bartels über den "cleveren" Hashtag #tag2020, den der Spiegel für seine Aktionswoche wählte: „Clever deshalb, weil Tag/tag ja sowohl, englisch ausgesprochen, ein Metadatum oder zumindest ein Ordnungselement für Metadaten ist, bekannt etwa in Form des Twitter-Terminus "hashtag", als auch eine auch im Medienbereich enorm wichtige Zeiteinheit, bekannt etwa durch die Fernsehsendung "Tagesthemen" und die Mediengattung Tageszeitung“.
Richard Gutjahr nimmt mit diesem Bild an der Diskussion teil:

Dirk von Gehlen vergleicht die Zeitungsmacher, die in der Multi-Story zu Wort kommen, mit Uhrmachern: „Die Geschichte handelt von einigen Uhrmachern, die dazu befragt werden, welche Haltung sie zu diesen modernen digitalen Zeitanzeigern haben. Natürlich haben sie allesamt jede Menge Meinungen zu diesen Digital-Geräten und natürlich loben sie vor allem die alten traditionellen Uhren, die sie aus unterschiedlichen Gründen für besser halten“.
Via Twitter stellt von Gehlen allerdings auch noch die berechtigte Frage, wo denn die Texte von externen Autoren seien, die in der vergangenen Woche für einen gewissen Ärger gesorgt hatten. Der Spiegel bat einige Blogger und Journalisten um Gastbeiträge, wollte allerdings erst nichts für die Arbeiten zahlen.
Ebenfalls via Twitter kommentiert Fiete Stegers: "Wenn die geänderte Nutzung bei C. Schnibben angekommen ist, dann ist sie schon lange bei den Jüngeren vorhanden".
Zurecht merken viele Twitterer an, dass bei dieser Story vor allem der Blick in die Kommentarspalte des Spiegel-Blogs lohnt. Dort ist die Debatte besonders interessant und lebendig.

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