Radio-Volos: Das bieten die Stationen

In vierten Teil des Volo-Checks hat MEEDIA bei Radiostationen nach dem Volontariatsangebot und nach ihren Voraussetzungen an Bewerber gefragt. Volontariate bei Radio-Sendern sind längst crossmedial ausgelegt. Besonders bei den privaten Rundfunkstationen wird Wert auf praktische Erfahrung im eigenen Haus gelegt. Im Radio-Check stellt MEEDIA die Angebote von Radio Bremen, den Lokalsendern aus Hamburg und München sowie (in Teilen) des Deutschlandfunks vor.

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Radio Bremen bildet als öffentlich-rechtliche Anstalt in mehreren Bereichen Volontäre aus.
Ausbildung: Radio Bremen bildet angehende Journalisten über 24 Monate aus und bietet neben einem mehrwöchigen Einführungskurs eine Ausbildungskooperation mit der Electronic Media School (ems) in Potsdam. Dort absolvieren die Volontärinnen und Volontäre zwei Hörfunkkurse, zwei Fernsehkurse sowie einen Online-Kurs. In einem Turnus von rund vier Wochen wechseln die Auszubildenden die Redaktionen. Längere Stopps machen sie in den Abteilungen "Digitale Garage", in der Online-Redaktion, am Desk und in der Redaktion des Fernsehregionalmagazins "buten un binnen". Außerdem werden die angehenden Redakteure in das ARD-Hauptstadtstudio nach Berlin und zur Bremer Lokalzeitung Weser-Kurier (ein weiterer Kooperationspartner) geschickt.
Stellen: Die kleinste der neun Rundfunkanstalten bildet alle zwei Jahre bis zu sechs Volontäre aus. Der nächste Startzeitpunkt ist am 1. April 2014. Wer diesen Ausbildungsbeginn anstrebt, sollte sich am besten schon beworben haben. Die Bewerbungsfrist endete am 31. Juli.
Voraussetzungen: Bewerber sollten ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung vorweisen können. Der Lebenslauf sollte sich auf das Wesentliche beschränken, kurz aber aussagekräftig sein. Des Weiteren sind natürlich gerne journalistische Erfahrungen gesehen sowie eine hohe soziale Kompetenz. Besonders macht sich ein Bewerber dann, wenn er "Lebenserfahrung außerhalb des schulischen und universitären Raums", Sprachgewandtheit, soziales Engagement und "Spezialwissen" mitbringt.
Versprechen: Die Kooperationen von Radio Bremen versprechen "Blicke über den Tellerrand" und Einsicht in die Arbeit von vielen Redaktionen. Außerdem verspricht Radio Bremen individuelle Betreuung und die Beteiligung an der Umsetzung neuer Formate.Verdienst und Zukunft: Die Bezahlung erfolgt gestaffelt über vier Halbjahre rund 1.386 Euro bis 1649 Euro (brutto). Radio Bremen übernehme eigenen Angaben zufolge 100 Prozent der Volontäre. "Zunächst als Trainees für ein Jahr, danach gibt es die Möglichkeit zu freier Mitarbeit", so der Sender.
Das legt Radio Bremen seinen Bewerbern ans Herz: "Kurze, knackige, pfiffige Bewerbungen; Kenntnisse über das Land Bremen; sicheres Auftreten; gute Allgemeinbildung; trimediales Denken."

Der Hamburger Lokalsender bietet das klassische Radio-Volontariat.
Ausbildung: Angehende Journalisten können sich über zwei Jahre bei Radio Hamburg ausbilden lassen. Die Volontäre werden redaktionell in den Bereichen Nachrichten, On Air Promotion sowie in der Musik- und Online-Redaktion eingesetzt. Ergänzend erhalten die Volontäre Fahrtraining, Moderations- und Sprechtraining. Des Weiteren bucht Radio Hamburg für seine Volontäre zwei Kurse an der Akademie für Publizistik.
Stellen: Die Volontärsbesetzung bei Radio Hamburg schwankt jährlich. Derzeit arbeiten eigenen Angaben zufolge rund 12 Volontäre in den Redaktionen, zwei davon als Online-Volos. Ab August dieses Jahres arbeiten dort sogar drei Volontäre. Der Ausbildungsstart variiert genauso wie die Anzahl der Volontäre. Demnach lohnt sich ein Blick auf die Stellenausschreibungen.
Voraussetzungen: Um das Volo bei Radio Hamburg antreten zu können, müssen Bewerber zuvor ein Studium oder eine Berufsausbildung absolviert haben. Neben einer vollständigen Bewerbung mit allen Unterlagen und Zeugnissen empfiehlt sich auch eine Audio-Arbeitsprobe. Besondere Bewerber fallen durch ihre Leidenschaft für das Medium Radio auf, bringen "Hamburg-Kompetenz" mit und Interesse für Musik. Weitere Voraussetzungen, um überhaupt die Chance auf ein Volontariat zu bekommen, ist eine ausgiebige Praktikumsphase beim Lokalsender. Laut Stellenausschreibung sollen Bewerber ein dreimonatiges, unentgeltliches Praktikum leisten, um "einen ersten, allgemeinen Einblick in die Redaktionsarbeit zu bekommen". "(Nur) im Anschluss an ein dreimonatiges Praktikum können Sie sich für ein Langzeitpraktikum bewerben." Das Langzeitpraktikum erstreckt sich zusätzlich über sechs Monate und wird mit 300 Euro pro Monat vergütet "und ist ebenfalls eine Voraussetzung für ein Volontariat in unserem Hause".
Versprechen: Dafür wirbt das Radio mit einer praxisnahen Ausbildung und Reichweitenstärke.
Verdienst und Zukunft: Eigenen Angaben zufolge variieren die Gehälter in den einzelnen Redaktionen/Ressorts. Die Gehälter seien aber zwischen 1175 Euro im ersten Jahr und 1560 Euro (brutto) im zweiten Jahr angesiedelt. Zu Übernahmequoten nennt der Sender keine Zahlen.
Das legt Radio Hamburg seinen Bewerbern ans Herz: "Beschäftigen Sie sich mit uns!"

Der Münchener Lokalsender holt sich Volontäre vorwiegend in die eigene Musikredaktion.
Ausbildung: Ins Volontariat integriert sind regelmäßige Schulungen bei der Akademie für privaten Rundfunk sowie interne Airchecks durch "qualifizierte Coaches".
Stellen: Die Ausbildung beim kleinen Lokalsender erfolgt nach Bedarf. In der Regel werden maximal zwei Stellen besetzt. Dementsprechend startet die Ausbildung auch unregelmäßig nach Bedarf. Es empfiehlt sich ein Blick auf die Stellenausschreibungen.
Voraussetzungen:
Der Lokalsender setzt vor allem praktische Erfahrung durch Praktika oder freie Mitarbeiten voraus. Ebenso sollte Bewerbern der Begriff "Aircheck" kein Fremdwort sein. Ebenso ist das Interesse an Medienthemen hilfreich sowie ein gewisser Münchenbezug und Allgemeinbildung. Im Radio immer wichtig: eine angenehme Stimme. Der Lebenslauf eines Bewerbers sollte nicht mehr als eine Seite füllen. Wer es schafft, sich durch Kreativität von anderen Bewerbungen hervorzuheben, hat sehr gute Karten. Bewerber sollten nicht älter als 30 Jahre sein.
Versprechen: Der Sender verspricht bei Eignung frühe Onair-Erfahrungen und "gute Schulungen durch die Medienpraxis".
Verdienst und Zukunft: Charivari-Volos erhalten rund 1.000 Euro brutto im Monat plus zusätzliche Vergünstigungen (Kantinenzuschuss, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zeitungsabo). Nach Angaben des Senders erhöht sich das Gehalt im zweiten Lehrjahr. Die Übernahmechancen stehen gut. Nach eigenen Angaben zufolge werden zwischen 50 und 70 Prozent der Volos übernommen. Kommt es zur Übernahme, wird vorerst allerdings keine neue Volo-Stelle ausgeschrieben.
Das legt Radio Charivari seinen Bewerbern ans Herz:
"Kreative Bewerbung und einige Praktika als Vorkenntnis."

Der Deutschlandfunk gilt als wichtige journalistische Institution in Deutschland
Ausbildung: Das Deutschlandradio bietet die Möglichkeit eines 18-monatigen Redaktionsvolontariats in den Redaktionen des Deutschlandfunks (Köln) und des Deutschlandradio Kultur (Berlin). Ausflüge in Fernsehredaktionen sind möglich, genauso wie die Abordnung zu einem der Außenbüros oder zu Korrespondentenstandorten sowie Praktika bei Zeitungen oder Nachrichtenagenturen. Der Deutschlandfunk bietet auch "Musikvolontariate" sowie "wissenschaftsjournalistische Volontariate" an (hier‘>).
Stellen: Jedes Jahr starten sechs Volontäre in die journalistische Ausbildung. Plätze werden jeweils zum 1. Januar, zum 1. April oder zum 1. Juli vergeben. Die Bewerbungsfristen für Januar bis Mai sind bereits abgelaufen.
Voraussetzungen: Zwingende Voraussetzung für ein Redaktionsvolontariat ist ein abgeschlossenes Hoch- oder Fachhochschulstudium. "Spätestens zum 1. September des Jahres, in dem das Bewerbungsverfahren erfolgt, muss das Studium inklusive aller Prüfungsleistungen und Abschlussarbeiten erfolgreich absolviert sein." Zudem müssen Bewerber nachweisbare journalistische Grunderfahrungen "durch eine einschlägige Tätigkeit bei Zeitungen, Rundfunk, Presse- Nachrichten- oder Fernsehagenturen" mitbringen. Ein umfangreiches Grundwissen in den Bereichen Politik und Kultur wird genauso vorausgesetzt wie eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung. Eine Bewerbung sollte ein Kurzprofil, ein Anschreiben mit ausführlicher Begründung für die Wahl des journalistischen Berufes sowie Lebenslauf, Zeugnisse und Studienbescheinigungen enthalten. Zudem ist eine Arbeitsprobe mit einer maximalen Länge von 2.30 Minuten einzureichen. Das Thema: "Ich über mich".
Über
Verdienst und Zukunft sowie einem Versprechen und Tipps für Bewerber gibt es beim Deutschlandradio keine Informationen.

Im ersten Teil hat MEEDIA bereits Volontariate bei Tageszeitungen vorgestellt.
Im zweiten Teil finden Sie weitere Informationen über Volontariate bei TV-Stationen. Auch öffentlich-rechtliche Sender bilden Radio-Volontäre aus.
Im dritten Teil erfahren Sie mehr über Magazin-Volontariate.

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