Madsack und Funke beerdigen MediaLab

Das Ende eines Vorzeigeprojektes: 2008 startete das MediaLab noch mit großen Plänen. Mit Hilfe ihres Inkubators wollten Madsack und die Funke-Gruppe (damals noch WAZ) neue Geschäftsfelder im Web erschließen. Beide Regionalverlage beteiligten sich mit jeweils 50 Prozent. Vor allem beim Essener Zeitungskonzern erlosch die Liebe zu den neuen Medien in den vergangenen Jahren jedoch zusehends. Die Verlage haben nun die Kooperation beendet und das Online-Joint-Venture aufgelöst.

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Die ehemaligen Partner streben nach eigenen Angaben eine strategische Neuordnung an. Das Digitalgeschäft solle wieder direkt aus den jeweiligen Verlagen heraus gesteuert werden. "In diesem strategisch wichtigen Feld wollen wir künftig schneller und stringenter die Möglichkeiten sondieren, deswegen wird dieses von Madsack gegründete Unternehmen jetzt wieder zurück nach Hannover geholt", sagt Thomas Düffert, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Mediengruppe Madsack.
Offenbar war den Hannoveranern vor allem die Geschwindigkeit des Partners aus NRW zu langsam. So sagt Düffert, dass man künftig "schneller und stringenter die Möglichkeiten sondieren" wolle.
Überhaupt gilt die WAZ schon länger und die neue Funke-Führung im Besonderen als wenig Online-Begeistert. Nach dem angekündigten Kauf diverser Print-Titel von Springer für 920 Millionen Euro, dürfte das Management der Essener zur Zeit sowieso in anderen Feldern gefordert sein, als sich um den Aufbau und die Entwicklung von Internet-Startups zu kümmern.
Ein kompletter Reinfall war der Inkubator, der bereits 2007 von Madsack gegründet wurde, aber erst mit dem Einstieg der WAZ 2008, so richtig Fahrt aufnahm, nicht. Bislang konnten einige Beteiligungen erfolgreich entwickelt werden. Allein im ersten Quartal diesen Jahres verkaufte das MediaLab den An- und Verkaufsshop rebuy, gogol medien (Myheimat) und die Beteiligung an kununu.
Die bestehenden Beteiligungen an MeinProspekt und jobturbo werden künftig direkt aus der Konzernzentrale in Hannover geführt. Seit Mai hält Madsack bereits die Mehrheit an Radio.de.

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