Auf der Suche nach unseren Daten

"st_ry. deine doku." ist gestartet. Die Webreportage zeigt in ihrer ersten Folge, was mit unseren Daten passiert und was das für Folgen haben kann. Daniel Bröckerhoff, bekannt aus "Klub Konkret" (EinsPlus), will sich sechs Monate lang auf die Suche nach unseren Daten machen. Finanziert wird das Projekt über die Crowdfunding-Plattform Startnext, um die Unabhängigkeit zu sichern. Weitere Unterstützung bekommt das Projekt vom Debattenportal Vocer, das eine Stipendiatin finanziert.

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Das Thema Datenschutz ist präsent wie nie. Doch wie sehr wir uns auch bemühen, die Weitergabe persönlicher Daten können wir selten verhindern. Wo bleiben unsere Daten und was passiert mit ihnen? Können sie uns gar Probleme bereiten? Daniel Bröckerhoff nimmt sich des Themas an. 
So ist es zum Beispiel (fast) unmöglich ein Konto zu eröffnen, wenn man nicht einer Überprüfung durch die Schufa zustimmt und einer Datenweitergabe an Datensammelstellen wie Creditreform. Aber auch das reicht manchmal nicht, um an eine Kreditkarte zu kommen. Daniel Bröckerhoff hat für das neue Internetformat "st_ry. deine doku." z.B. Alvar Freude besucht. Ihm wurde aufgrund seines "Scoring-Wertes" eine Kreditkarte verweigert. 
Bröckerhoff, den man bisher vor allem aus der Jugendsendung "Klub Konkret" auf EinsPlus und "Zapp", dem NDR-Medienmagazin kennt, macht sich auf die Suche und versucht heraus zu finden, wie diese Scoring-Werte errechnet werden und ob man etwas dagegen tun kann. Scoring-Werte werden zum Beispiel von Banken errechnet, um die Kreditwürdigkeit von Menschen zu bestimmen. Dabei zählen zum Beispiel Faktoren wie der Wohnort, die Zahlungsmoral der Nachbarn (!) und andere Aspekte, welche die Banken nicht öffentlich machen. 
Dafür spricht er mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, und befragt auch den Sprecher der Creditreform, Michael Bretz. Bröckerhoff sagte gegenüber MEEDIA: "Mich hat insbesondere überrascht, dass Datensparsamkeit richtig negative Folgen haben kann. Wer nichts (oder nicht zuviel) über sich preisgeben will, dem wird das zum Verhängnis, wenn er Bankgeschäfte abschließen will oder online einkaufen. Eine positive Schufa-Auskunft reicht heute nicht mehr. Und krass fand ich auch wie intransparent dieses Scoring ist und wie wenig Einfluss man darauf hat. Es passiert vor allem, ohne dass man davon erfährt. Und das kann eigentlich nicht sein."
Das ehrgeizige Projekt "st_ry. deine doku." soll insgesamt sechs Episoden umfassen, die erste Folge ist seit dem 01. August online. "Wir wollen mit st_ry eine andere Art von Fernsehen ausprobieren – offen, transparent und ansprechbar, mit Userbeteiligung und der Möglichkeit zum Feedback. Da wir einen Crowdsourcingansatz haben, dachten wir, dass es gut wäre, wenn die Crowd ‚ihre Doku‘ auch finanziert. Bis wir das Konzept einem Sender verkauft hätten, wäre wahrscheinlich viel Zeit vergangen und wir wollten schnell loslegen. Die ellenlangen 30 oder 45-Minuten-Dokus wollen wir netzgerecht in Häppchen aufteilen, die auch mal eben zwischendurch konsumierbar sind. Zwischen den Folgen gibt es die Möglichkeit und Feedback zu geben und im Rechercheblog zu lesen, was wir gerade machen. Alles das, was klassische Sender zur Zeit noch nicht zulassen", so Bröckerhoff. 
Bisher wurden von den angestrebten 42.000 Euro allerdings nur knapp 4.700 Euro erreicht. Noch bis zum 16. August kann man auf Startnext für "st_ry. deine doku." spenden

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