Anzeige

KSK-Reform: Arbeitgeberverbände stehen in der Kritik

Die Vertreter der Versicherten im Beirat der Künstlersozialkasse (KSK) haben sich in einem offenen Brief an Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gewandt. Sie kritisieren, die Arbeitgeberverbände wollten die Bürokratie komplett auf die Künstler abzuwälzen. Eine Online-Petition hat zuletzt dafür gesorgt, dass der Bundestag die Sache öffentlich behandeln muss.

Anzeige
Anzeige

Ginge es nach den Plänen der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), "würde die Künstlersozialabgabe nicht mehr von den Auftraggebern der Künstler und Publizisten an die Künstlersozialkasse abgeführt, vielmehr wäre es Sache der Künstler und Publizisten selbst, ihren Auftraggebern diese Abgabe (quasi der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung) in Rechnung zu stellen und an die KSK abzuführen", heißt es im Brief an das Arbeitsministerium.
Den Kritikern zufolge, wolle die BDA damit den Arbeitsaufwand und die Bürokratie auf freischaffende Menschen abwälzen. "Wir sind außerordentlich irritiert darüber, dass solche als ‚Optimierung‘ ausgegebenen Pläne zur Umverteilung von Lasten im Projekt überhaupt behandelt werden." Des Weiteren kritisieren die Vertreter, dass sie bei der Aufnahme des Vorschlags nicht gefragt und auch erst angehört wurden, als man sie als "Datenlieferanten" benötigt habe.
Die Vertreter des Beirats der KSK fordern von der Ministerin nun, "die Instrumentalisierung des Projekts für sachfremde Ziele der BDA unverzüglich zu stoppen." Von der Leyen solle eine Steuerung des Projektes sicherstellen, die den proklamierten Zielen des Ministeriums, die KSK zu stabilisieren, "Rechnung trägt".
An der Reform der KSK wird schon seit längerem gefeilt. Knackpunkt ist das Meldeverfahren. Immer wieder kam es zu Vorfällen, bei denen Unternehmen ihren Anteil zur KSK unter den Tisch fallen ließen. Kurzzeitig stand die KSK komplett vor dem Aus. Eine Online-Petition zwingt nun den Bundestag zur öffentlichen Behandlung. Sie fordert, dass die Deutsche Rentenversicherung zur Kontrolle von KSK-pflichtigen Unternehmen verpflichtet werden soll.
Als Vertreter der Versicherten im Beirat der Künstlersozialkasse unterzeichneten Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes, des Verbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler, des Tonkünstlerverbandes, des Deutschen Journalistenverbandes, des Bundesverbandes freier Theater sowie der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*