Googles Moto X: der Angriff des Holzhandys

Zwei Jahre ist die Übernahme von Motorola durch Google schon her. Nun hat der Handypionier mit dem Moto X das erste Smartphone vorgestellt, das unter Federführung des wertvollsten Internetkonzerns der Welt entstanden ist. Das Ergebnis erscheint ansehnlich, aber nicht bahnbrechend. Das Moto X besitzt ein 4,7-Zoll großes Display und ist in der Fertigung individuell konfigurierbar – etwa mit Holzgehäuse. Die Techblogs reagieren trotzdem eher skeptisch.

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Dass die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin gerne „big bets“, große Wetten eingehen, ist hinlänglich bekannt. 12,5 Milliarden Dollar war den Google Guys die Wette auf den Mobilfunkmarkt vor zwei Jahren wert, den sie offenkundig auch hardwareseitig beherrschen wollten, wie die Übernahme von Motorola nahelegt.

Dass Brin und Page lediglich an den Patenten im sich abzeichnenden Prozesskrieg interessiert wären, lässt sich mehr als zwei Jahre nach der größten Übernahme der Firmengeschichte so nicht behaupten: Google hat den kriselnden Handypionier keinesfalls abgewickelt, sondern ihm zunächst die lange Leine gelassen.

Moto X: Die Kamera ist der Star

Nachdem die Altlasten aus den Lagerhallen abgearbeitet wurden, machte sich Google unter Führung des neuinstallierten CEOs Dennis Woodside, der seit 2003 beim Internetriesen arbeitet, an den Neustart. Ergebnis: Ein Phablet, das wohl am geschmeidigsten umsetzt, was mit dem eigenen mobilen Betriebssystem Android möglich ist.

Das Moto X bewegt sich mit seinem 4,7 Zoll großem Display auf dem Niveau des HTC One, ist aber leichter kleiner als das Samsung Galaxy S4 (5 Zoll). Es kommt mit einer 10 Megapixel-Kamera daher, die laut Motorola 75 Prozent mehr Licht einfangen soll als die Smartphones der Konkurrenz. Das Moto X wird mit 16 oder 32 GB Speicher ausgeliefert und kann individuell beim Bestellen gestaltet werden. Nutzer können aus bis zu 18 verschiedenen Farben die Gehäusegestaltung auswählen – sogar eine Holzrückseite wird angeboten.

Business Insider: "Das beste Smartphone, das keiner kaufen wird"

Die erste Einschätzung der Branchenpresse fällt indes skeptisch aus: „Es ist das beste Smartphone, das keiner kaufen wird“, schreibt der Business Insider. Warum? Der Smartphone-Markt ist gesättigt – den Wettbewerbern von Apple und Samsung gelingt es einfach nicht, nachhaltig beim Verbraucher zu punkten.

Dieses Schicksal könnte auch dem Moto X beschieden sein: Es ist vielleicht das am besten angepasste Android-Smartphone, doch bahnbrechend anders als die Konkurrenz von Samsung und HTC ist das Moto X eben auch nicht. Ob die 12,5 Milliarden Dollar-Akquisition in irgendeiner Form ihren Niederschlag in Googles Bilanz hinterlässt, dürften Aktionäre des inzwischen drittwertvollsten Konzerns der Welt wohl ab sofort noch kritischer überprüfen …

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