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Baschar al-Assads Instagram-Propaganda

Wenn die echten Anhänger schwinden, dann sucht man sich eben digitale: Seit wenigen Tagen ist Syriens Machthaber Baschar al-Assad in den sozialen Medien aktiv. Besonders beim Bilderdienst Instagram gibt sich der Diktator weltoffen, kinderlieb und staatstragend. Sehr zum Ärger der US-Regierung. Die findet das Social-Media-Gebahren Assads einfach nur “widerwärtig”. Tatsächlich ist der Instagram-Auftritt Propaganda pur. In den Kommentaren treffen Assad-Anhänger und Regime-Gegner aufeinander.

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Nein, natürlich knipst der Diktator hier nicht selbst. Was momentan auf der Instagram-Seite zu sehen ist, überlässt Assads Presseteam kaum dem Zufall. Zu sehen ist der Präsident, wie er sich von Anhängern feiern lässt, mit Geistlichen spricht oder Menschen im Krankenhaus besucht. Seine Frau Asma lichtet das Presseteam mit Alten, Kranken und Kindern ab.

Syriens Präsident Assad mit Frau Asma: ein Diktator als Pfadfinder

Die US-Regierung findet für die Charmoffensive klare Worte. "Das ist eine verabscheuungswürdige PR-Aktion", erklärt eine Sprecherin des US-Außenministeriums. "Damit versucht das Assad-Regime, die von ihm verursachte Brutalität und das Leid zu beschönigen." Assads "schreckliche Greueltaten", wie etwa in der belagerten Rebellenhochburg Homs und anderswo in Syrien, würden auf der Instagram-Seite komplett ausgeblendet. Einige wenige Beiträge sind auch in englischer Sprache verfasst, der Großteil der Texte zu aktuell 73 Aufnahmen allerdings in Arabisch.
Rund 29.000 Follower hat Assad innerhalb weniger Tage auf Instagram gefunden. Ob und wie viele der vermeintlichen Anhänger womöglich gekauft sind, lässt sich nicht überprüfen. Doch unter den einzelnen Aufnahmen prallen schon jetzt Anhänger und Regimegegner aufeinander. Bekunden die einen ihre Zuneigung für den Diktator und verteufeln ausländische Medien für ein angeblich verzerrtes Bild von Syrien und Assads Politik, wünschen die anderen ihm nicht weniger als den Tod.
Seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien vor zwei Jahren kamen nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen ums Leben. Millionen weitere wurden aus ihrer Heimat vertrieben.

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