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kicker-Voting: Journalisten wollen Nachwahl

War die Wahl zum Fußballer des Jahres nun rechtens oder nicht? Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass ein Großteil der Wahlberechtigten die Unterlagen nicht zugesandt bekommen hatte, werden nun Forderungen nach einer Nachwahl laut. Der Verband Deutscher Sportjournalisten, allen voran VDS-Präsident Erich Laaser, hält eine erneute Wahl “vom moralischen Aspekt wünschenswert”. Nur 527 hatten abgestimmt, auf den Sieger Bastian Schweinsteiger waren nur 92 Stimmen entfallen.

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Laaser erklärt gegenüber der dpa, dass man "aufgrund der sehr geringen Wahlbeteiligung keine reguläre Wahl" erkennen könne. "Für ein vernünftiges Ergebnis für dieses Jahr sollte eine neue Wahl stattfinden." Allerdings glaube er nicht, dass es dazu tatsächlich kommen werde. kicker-Chefredakteur Jean-Julien Beer hingegen verteidigt den Wahlprozess. Zwar hätte es beim Versenden der ersten Wahlunterlagen an die Mitglieder des VDS durch eine fehlerhafte Datei ein Problem gegeben. Das sei aber sofort erkannt und auch umgehend korrigiert worden: "In unserem Haus wurde noch in der Nacht reagiert. Jeder Wahlberechtigte erhielt umgehend die korrekten Zugangsdaten für die Wahl. Das ist bei einer so wichtigen Wahl doch eine Selbstverständlichkeit."
Ein Kommentator wies unter dem MEEDIA-Artikel darauf hin, dass die Verantwortlichen beim kicker tatsächlich eine Mail an die VDS-Mitglieder schickten. Allerdings landete die offenbar im Spam-Ordner. Dort hieß es: “Beim Versand der Einladungen zur Wahl des Fußballers des Jahres wurden wegen eines technischen Fehlers die Nachnamen vertauscht. Sollte Ihr Schreiben trotz falschen Nachnamens bei Ihnen ankommen, ist der im Brief aufgeführte Code für die Online-Wahl das für Sie bestimmte Passwort.” Weiter heißt es, man könne die Zugangsdaten per Mail oder telefonisch erfragen, wenn sich in den nächsten Tagen kein Schreiben im Briefkasten finden würde. Falsche Adressierung, die Mail gute Gründe, warum die Wahlbeteiligung in diesem Jahr so gering ausgefallen ist.
kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh gestand gegenüber Focus Online Fehler ein: “Ja, es ist unglücklich gelaufen, bei der Wahl ist ein Fehler passiert.“ Es handle sich um ein technisches Versehen “irgendwo zwischen Sekretariat und Druckerei”. Dadurch hätten nicht alle Abstimmungsunterlagen die korrekten Adressaten erreicht.
kicker-Chefredakteur Jean-Julien Beer erklärte am Dienstag via Twitter, die Journalisten hätten auch online problemlos abstimmen können: "Ich denke, Schweinsteiger ist ein würdiger Gewinner." Doch die geringe Teilnehmerzahl verwundert. Mit nur 527 abgegebenen Stimmen hatten rund 37 Prozent weniger teilgenommen als noch 2012, sogar 46 Prozent weniger als 2011. 2010 hatte Arjen Robben 445 von insgesamt 925 Stimmen bekommen, also fast die Hälfte. Doch Schweinsteiger genügten 2,5 Prozent der wahlberechtigten Stimmen, um die Wahl in diesem Jahr für sich zu entscheiden. Auf seine Bayernkollegen Frank Ribery (87) und Thomas Müller (85) entfielen nur ein paar Votes weniger.

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