Christoph Keese geht unter die Aggregatoren

Springers Chef-Lobbyist Christoph Keese ist einer der glühendsten Verfechter des so genannten Leistungsschutzrechts (LSR) für Presseverlage, das am 1. August in Kraft tritt. Keese ist gerade von seinem sechsmonatigen Ausflug ins Silicon Valley zurückgekehrt und meldet sich auf seinem (privaten) Blog Presseschauder zurück. Aus Zeitgründen sei er kaum zum Bloggen gekommen, klagt er und kündigt an, was aus seinem Blog künftig werden soll: ein Aggregator für Fremdtexte!

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Keese schreibt: “Der Presseschauder veröffentlicht künftig nicht nur eigene Texte, sondern auch Beiträge aus anderen Medien. Er wird also eine Art Aggregator, um einen besseren Überblick über die Themen zu geben, die mich besonders interessieren: Technologie, Journalismus, Medien, Netzpolitik, Paid Content und Copyright.” Natürlich seien alle Rechte geklärt, versichert Keese.

Vielleicht hat er sich auch schon einen Notgroschen für etwaige Leistungsschutz-Gebühren zurückgelegt. Denn immerhin sind Aggregatoren laut Keeses eigenen Worten das “Hauptanwendungsgebiet” für das umstrittene Leistungsschutzrecht. “Die Margen und Zahlen von Aggregatoren und Suchmaschinen liegen nämlich dramatisch höher als die von Contentproduzenten”, so Keese in einem Interview zum Thema LSR mit de IT-Portal gulli.com. Bislang verzichtet Keese auf seinem Blog allerdings auf die Einblendung von Werbung.

Keese-Fans müssen aber nicht gänzlich auf Original-Content von Mister Leistungsschutz verzichten. “In loser Folge schreibe ich eine ‘Gebrauchsanweisung für das Silicon Valley’. Auf Knopfdruck soll man zudem alle Texte von Fremdautoren ausblenden können.

Losgehen soll es beim Keese-Aggregator reichlich unglamourös  “mit Texten von dpa”. Altpapier-Macher Christian Bartels twitterte dazu mit erkennbarer Ironie:

Dass der erste Vorkämpfer in Sachen Leistungsschutz nun selbst ankündigt, einen Content-Aggregator zu betreiben, das entbehrt in der Tat nicht einer gewissen Ironie.

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