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Burda: „Wir bereiten die Verwertung vor“

Die Linie einer Reihe großer deutscher Verlage ist nun klar: Springer, Burda und nun auch die FAZ erklären, ihre Angebote vorläufig weiter bei Google News listen zu lassen. Der Suchmaschinenkonzern verlangt von Verlagen wegen des Leistungsschutzrechts ein Opt-in – und den Verzicht auf Ansprüche, die sich aus dem Gesetz ergeben. Ein Verzicht auf Google News hätte "erhebliche Reichweitenverluste bedeutet", erklärte die FAZ. Burda-Vorstand Philipp Welte stellt auf MEEDIA-Anfrage aber klar: "Wir bereiten die Verwertung vor."

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Das komplette Statement von Welte lautet: "Wir entscheiden selbst, unter welchen Bedingungen unsere Inhalte von Suchmaschinen und Aggregatoren gewerblich verwertet werden dürfen. Die Grundlage dafür hat das Leistungsschutzrecht für Presseverlage geschaffen, dessen Verwertung wir jetzt vorbereiten. Dabei gilt es neben technischen Fragen zur Lizenzierung vor allem zu klären, ob eine kollektive Verwertung sinnvoll sein könnte, wovon wir im Moment ausgehen. Bis das allerdings geklärt ist, gestatten wir die Anzeige unserer Inhalte bei Google News vorläufig und behalten uns vor, diese Einwilligung jederzeit zu widerrufen."

Dies bedeutet, dass eine Reihe von deutschen Verlagen offenbar eine Verwertungsgesellschaft gründen wollen, die die Rechte der Inhalteanbieter gegenüber Suchmaschinen und Aggregatoren wahren soll, die ebensolche Inhalte für ihre Geschäftsmodell nutzen. Burda dürfte damit auf der gleichen Linie wie die Axel Springer AG liegen, die ihre vorläufige Zustimmung am Montag gab. Das Opt-in bedeute keine "Anerkennung der einseitig von Google gesetzten Konditionen", teilte Springer mit.  

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Googles Deutschlandsprecher Kay Oberbeck indes: "Wir freuen uns sehr, dass hunderte deutsche Verlage ihr Einverständnis bestätigt haben und weiterhin geschätzte Partner von Google News bleiben." Die acht größten deutschen Nachrichtenportale haben bisher – vorläufig oder nicht – ihre Zustimmung zur Listung erteilt. 

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Warum die Verlage nun laut eigenem Bekunden nur ihr vorläufiges Ok zum Listing bei Google News geben, schreibt die FAZ in einer Mitteilung: Offen gibt der Verlag zu, dass ein Verzicht auf das Nachrichten-Angebot von Google „erhebliche Reichweitenverluste bedeutet“ hätte. FAZ-Geschäftsführer Roland Gerschermann sagt: „Vor dem Hintergrund der Marktstärke von Google wären die wirtschaftlichen Risiken für die F.A.Z. nicht überschaubar gewesen.“

Aus Sicht der FAZ habe Google im Vorwege allerdings auch hinreichend deutlich gemacht, dass nicht geplant sei, Volltexte ganz oder auszugsweise anzuzeigen. "Wir sehen weiterhin die Möglichkeit, eine entsprechende Verwendung unserer Volltexte und längerer Auszüge zu untersagen. Die bisherigen Zweitverwertungsformen des Verlags sehen wir durch die Erklärung nicht berührt‘‘, sagt Gerschermann. Auch die FAZ wolle sich an der "kollektiven Rechtewahrnehmung" beteiligen.

Spiegel Online, Zeit Online und Süddeutsche.de gaben bereits sehr früh ihr Opt-in. Als Google-Verweigerer outen sich laut Journalist bislang die Saarbrücker Zeitung, der Trierische Volksfreund, die Lausitzer Rundschau und die Rhein-Zeitung.

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