Axel Springer stockt bei hamburg.de auf

Publishing Ein neuer Tag, eine neue Verkaufsmeldung aus dem Hause Springer: Nach dem Verkauf etlicher Print-Titel an die Funke-Mediengruppe und dem Abschied vom Pariser Verlagshaus PGP gaben die Berliner am Montag den Ausstieg beim Hamburger Lokalsender Hamburg1 bekannt. Im Gegenzug stockt Springer seine Anteile bei hamburg.de von 51 auf 61,9 Prozent auf. Das offizielle Stadtportal der Hansestadt mit seinen 4,2 Millionen Visits monatlich gilt seit Jahren als Politikum im Senat. Nun einigte man sich auf einer längerfristige Zusammenarbeit.

Werbeanzeige

Dafür trennt sich die HSH Nordbank von ihren Anteilen an dem Stadtportal. „Wir wollen das führende digitale Medienunternehmen werden. Diesen Anspruch haben wir auch für unsere digitalen Aktivitäten in den Regionalmärkten. Vor diesem Hintergrund erfolgen beide Transaktionen konsequent entlang unserer Digitalisierungsstrategie“, so Jens Müffelmann, Leiter des Geschäftsführungsbereichs Elektronische Medien der Axel Springer AG und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von hamburg.de.
Neben Springer halten auch die Hamburger Sparkasse, die Sparkasse Harburg-Buxtehude sowie die Stadt Hamburg selbst Anteile an dem Portal, das erst im vergangenen Jahr gerelauncht hat. Das Problem mit der erfolgreichen Webseite: Als Stadtportal und mit der Stadt als Gesellschafter verpflichtete sich Springer, unter anderem Behördeninformationen und Bürgerservice anzubieten. Genauer: Aus den Einnahmen mit dem kommerziellen Teil der Webseite sollte der Rest finanziert werden. Doch der Verlag hingegen konnte angeblich aufgrund der vertraglichen Auflagen das Portal nicht in dem Maße monetarisieren, wie es ursprünglich vorgesehen war.
Wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist, hat sich Springer mit dem Hamburger Senat “einvernehmlich auf Kernpunkte für eine Weiterentwicklung des Stadtportals verständigt”. Das betreffe etwa dessen weitere Internationalisierung. Die Aufstockung der Anteile an hamburg.de steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Bürgerschaft. Gleichzeitig verlängert die Stadt ihre vertragliche Zusammenarbeit mit hamburg.de bis Ende des Jahres 2021. Somit dürfte die Zustimmung nur noch eine Formsache sein.
Auch die Stadt selbst erhöht im Wege eines Anteilskaufs von der HSH Nordbank ihre Anteile von derzeit 20 auf 25,1 Prozent. Die Minderheitsbeteiligung von Springer (27 Prozent) an Hamburg1 übernimmt der Hamburger Medienunternehmer Frank Otto, der den Lokalsender 1995 gegründet hatte. Der Verkauf der Anteile an steht noch unter dem Vorbehalt einer medienrechtlichen Genehmigung.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Springer-Vorstand: Müffelmann wird COO unter Wiele

WM-Sticker: Panini startet Verkauf und kooperiert mit Springer

Allegra, oder: als das Anderssein noch ein Geschäftsmodell war

Kommentare