Zynga entschuldigt sich bei Aktionären

Ein Unternehmen im freien Fall: Dieses Bild zeichnet die jüngste Konzernbilanz der Online-Spieleanbieters Zynga, die nach Handelsschluss an der Wall Street vorgelegt wurde. Die Nutzer sind regelrecht auf der Flucht: Fast 40 Prozent weniger Gamer lockte der Online-Spiele-Anbieter im abgelaufenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Die Umsätze implodierten um 31 Prozent, nur die Verluste konnten moderat begrenzt werden. Das Management entschuldigte in der Telefonkonferenz bei Aktionären.

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Das Internet ist reich an Beispielen von hochfliegenden Erwartungen und schweren Enttäuschungen. Wenige Fall-Geschichten der jüngeren Vergangenheit fallen indes so drastisch aus wie der Absturz des Social Games-Anbieters Zynga, der erst vor 19 Monaten mit den größten Erwartungen an die Börse strebte und einst mit 14 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Zynga, das durch so genannte Social Games wie „Mafia Wars“ und „FarmVille“ den Durchbruch schaffte, galt einst als Hebel auf Facebook – doch dann zogen die Nutzer weiter. 187 Millionen Gamer tummelten sich zwischen April und Juni noch auf den Spieleangeboten von Zynga. Das ist ein krasser Nutzerrückgang von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

"Haben weder unsere noch die Erwartungen unserer Investoren erfüllt"

Ein Rückgang mit Folgen: Die Umsätze brachen um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 231 Millionen Dollar ein. Der symbolische Vorsteuergewinn des März-Quartals gehört wieder der Vergangenheit an: Zynga verlor weiterhin 16 Millionen Dollar, was allerdings einer Verbesserung nach Verlusten von 23 Millionen Dollar vor einem Jahr entspricht.

Dass die Bilanz auf ganzer Linie enttäuscht hat, räumte der neue CEO Don Mattrick in der Telefonkonferenz ohne Umschweife ein. „Wir haben weder unsere noch die Erwartungen unserer Investoren erfüllt. Wir wissen, dass unsere Ergebnisse nicht akzeptabel sind“, erklärte Mattrick. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen.“

Ob das gelingt, bezweifeln Anleger unterdessen offenkundig: Die Zynga-Aktie kam nachbörslich wieder einmal unter den Hammer und verlor 15 Prozent auf exakt 3 Dollar.

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