Funke: Italiener finanzieren Springer-Deal

Publishing Die Funke Mediengruppe (ehemals WAZ) nimmt eine neue Rechtsform an. Ab sofort firmieren die Essener als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgaA). Erst diese Umfirmierung machte die Finanzierung des Springer-Deals u.a. über die UniCredit-Bank möglich. In dem neuen zehnköpfigen Aufsichtsrat ziehen u.a. die Kinder von Mehrheitseigentümerin Petra Grotkamp, Julia Becker und Niklas Jakob Wilcke, ein. Zum Aufsichtsratschef wurde Martin Kall gewählt.

Werbeanzeige

Die Umfirmierung in eine KgaA war bereits seit längerem geplant. Auch dafür holte die Familie Grotkamp als Mehrheitsgesellschafterin den Finanzchef Thomas Ziegler von der Metro-Gruppe nach Essen. Ziegler spricht nun mit deutlich lauterer Stimme als seine beiden Co-Geschäftsführer Christian Nienhaus und Manfred Braun – so zumindest wirkt es von außen. Denn nicht nur die Umfirmierung ("wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum") wurde von Ziegler in einem Statement kommentiert, auch der historische Springer-Deal vom Donnerstag wurde von dem Finanzexperten verkündet.
Da die Finanzierung der Springer-Übernahmen in Höhe von 920 Millionen Euro nicht leicht zu wuppen sein wird, weil sich die Familie bereits mit dem Kauf der Mehrheitsanteile verschuldet hat, war die Umfirmierung in eine zeitgemäßere Unternehmensform längst überfällig. Die komplizierte Gesellschafterstruktur und die Verschachtelung der WAZ-Gruppe in viele Unternehmensteile hatte eine Umstellung bisher blockiert. Nun sichert u.a. ein Darlehen der UniCredit den Springer-Deal ab, teilt Ziegler mit.

Wie bereits bekannt, wird Martin Kall Aufsichtsratschef bei Funke. Der Manager war zwischen 2002 und 2012 CEO der Schweizer Tamedia. Funke-Gesellschafter Klaus Schubries wurde zum stellvertretenden Aufsichtsratschef gewählt. Kall hat ebenfalls den Vorsitz im neuen Gesellschafterausschuss der Mediengruppe, der "bei der strategischen Ausrichtung" beraten soll. Die Funkes erinnern in einer Mitteilung schließlich noch dezent daran, dass das operative Geschäft "weiterhin" von Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler (alphabetische Reihenfolge) geleitet werde. 
Auch Bertelsmann wählte vor kurzem die Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Unternehmensform eignet sich insbesondere für Familienunternehmen, die wenig Kontrolle abgeben, aber möglichst Geld, auch an der Börse, aufnehmen wollen.

Werbeanzeige

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Löwen-Präsident verhöhnt Reporter der Abendzeitung

Jahreszeiten Verlag: Neue Aufgabenteilung in Geschäftsführung

“ARD und ZDF verstehen sich als versteckte PR-Kompanie des DFB”

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*