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Cyberkriminalität bedroht 508.000 US-Jobs

Jahrelang wurde über die Auswirkungen für die Wirtschaft nur gemutmaßt, jetzt will man angeblich Gewissheit gefunden haben: Internetkriminalität gefährdet Hunderttausende Jobs und kostet die Weltwirtschaft Milliarden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) im Auftrag des Antivirenherstellers McAffee. Der Report "The Economic Impact of Cyber Crime and Cyber Espionage" will erstmals die Auswirkung von Piraterie und Co. auf den Arbeitsmarkt erfasst haben.

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Um die realen Verluste zu messen, beauftragte das CSIS Ökonomen, Urheberrechts- und Sicherheitsexperten mit der Studie. Die “bösartigen Internetaktivitäten” gliederte man in die Bereiche "Verlust des geistigen Eigentums", "Cyber-Kriminalität", "Verlust von vertraulichen Geschäftsinformationen" einschließlich möglicher Börsenmanipulation, "Opportunitätskosten" einschließlich Service-Unterbrechungen, "gesunkenes Vertrauen in Online-Aktivitäten", "zusätzliche Kosten für die Sicherung von Netzwerken, Versicherungen und Wiederherstellung nach Cyber-Angriffen" und "die Rufschädigung des gehackten Unternehmens".
Die angenommene Größenordnung für Internetkriminalität liegt zwischen 100 und 500 Milliarden US-Dollar für die Weltwirtschaft. Die Forscher orientierten sich bei der Beurteilung an anderen Schadensmodellen, wie beispielsweise solchen von Autounfällen, Piraterie, Diebstahl, Kriminalität und Drogen. Eine Umfrage kam nicht in Frage, da Unternehmen mitunter nur schwer abschätzen können, wie hoch der Schaden durch den Diebstahl geistigen Eigentums tatsächlich ist.
"Dieser Bericht stellt erstmals eine Verbindung zwischen Internetkriminalität und Arbeitsplatzverlusten her", so James Lewis, Director und Senior Fellow, Technology and Public Policy Program am CSIS und Co-Autor des Berichts. "Unter Nutzung von Zahlen des Handelsministeriums, die das Verhältnis von Exporten zu Arbeitsplätzen in den USA in Relation stellen, kamen wir zu einer Schätzung von 508.000 US-Arbeitsplätzen, die potenziell aufgrund von Cyber-Spionage verloren gehen können.” Den Schaden für die US-Wirtschaft schätzen die Forscher auf rund 100 Milliarden Dollar. Zahlen für den europäischen Markt gibt es nicht.
Lewis und Stewart Baker von Steptoe & Johnson LLP, , Co-Autor der Studie, weisen darauf hin, dass die Schätzungen der Dollar-Beträge nicht alle Schäden abbilden, die Internetkriminalität und –spionage in der Weltwirtschaft verursachten. Denn beide Faktoren würden zusätzlich das Innovationstempo verlangsamen, den Handel verzerren und zu einem Kostenanstieg im sozialen Sektor in Verbindung mit Kriminalität und Arbeitsplatzverlusten führen. Nach Aussage der Forscher sei die Gesamtwirkung höher einzuschätzen, als die einzelnen Kostenfaktoren. Darauf will man nun in einem Folge-Report eingehen.

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