Apple-Q3-Bilanz: iPhone Top, iPad Flop

Showdown nach Handelsschluss: Apple konnte bei Vorlage der neusten Geschäftsbilanz für das Juni-Quartal die zuletzt immer größeren Sorgen vor einem Einbruch des Kerngeschäfts zumindest halbwegs zerstreuen. Das iPhone verkaufte sich wesentlich besser als erwartet, die iPad-Verkäufe aber gaben ebenso überraschend nach. Die Gewinne brechen insgesamt erneut deutlich ein. Die Wall Street hatte allerdings mit einer noch größeren Erosion gerechnet – die Apple-Aktie legt daher nachbörslich zu.

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Showdown nach Handelsschluss: Apple konnte bei Vorlage der neusten Geschäftsbilanz für das Juni-Quartal die zuletzt immer größeren Sorgen vor einem Einbruch des Kerngeschäfts zumindest halbwegs zerstreuen. Das iPhone verkaufte sich wesentlich besser als erwartet, die iPad-Verkäufe aber gaben ebenso überraschend nach. Die Gewinne brechen insgesamt erneut deutlich ein. Die Wall Street hatte allerdings mit einer noch größeren Erosion gerechnet – die Apple-Aktie legt daher nachbörslich zu.        

Was für einen Unterschied 2 Prozent machen können: Nicht um die befürchteten 22 Prozent, sondern "nur" um 20 Prozent brachen Apples Gewinne zwischen April und Juni ein – das reichte der Wall Street, um die angeschlagene Apple-Aktie nachbörslich um 4 Prozent auf 435 Dollar nach oben zu befördern.

In den 91 Tagen zwischen von Anfang April bis Ende Juni setzte Apple 35,3 Milliarden Dollar um und lag dabei haarscharf über den Wall Street-Schätzungen, die bei 35,1 Milliarden Dollar gelegen hatten. Auf Jahressicht hat Apple indes erstmals seit einer Dekade bei den Erlösen eine Grenze erreicht: Der wertvollste Technologiekonzern der Welt wächst praktisch nicht mehr. Die Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nicht mal mehr als ein Prozent zu.       

Gewinneinbruch beschleunigt sich

In der Gewinnentwicklung ist in Cupertino Kontraktion längst zum Alltag geworden: In allen drei Quartalen des bisherigen Geschäftsjahres schrumpfte Apples Konzernergebnis. Beunruhigende Entwicklung: Die Erosion beschleunigt sich. Nach 18 Prozent geringeren Gewinnen vergrößerte sich der Ergebnisrückgang nunmehr auf 20 Prozent beim Gewinn je Aktie bzw. 22 Prozent bei den Nettogewinnen.

Nach 8,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal blieben in Cupertino nur noch 6,9 Milliarden Dollar hängen – der Gewinn je Aktie ging von 9,32 auf 7,47 Dollar zurück. Die positive Lesart der Wall Street: Analysten hatten mit 7,32 Dollar je Anteilsschein gerechnet. Apple konnte nach mehreren Quartalen der  Enttäuschung die Konsensschätzungen mal wieder schlagen.

Weiter iPhone-Boom in den USA

Treiber der Geschäftsentwicklung war erneut die wichtigste Konzernsparte: die iPhone-Unit. Apple konnte die Analystenschätzungen, die bei 27 Millionen Einheiten gelegen hatten, deutlich überbieten und setzte zwischen April und Juni tatsächlich 31,2 Millionen Smartphones ab. Vor allem in den USA, wo die Absätze nochmals um erstaunliche 51 Prozent zulegten und Japan konnte Apple punkten.     

Im Vorjahreszeitraum hatte Apple 26 Millionen iPhones verkauft: Der Absatz konnte also um 20 Prozent gesteigert werden. In einem Quartal, in dem Erzrivale Samsung mit extremem Marketingaufwand seinen neuen Bestseller Galaxy S4 in den Markt drückte, ist der Zuwachs bemerkenswert.

Günstigere iPhones treiben die Absätze

Allerdings: Er wurde zum Gutteil mit älteren Modellen erzielt, wie der Durchschnittsverkaufspreis deutlich macht, der allein gegenüber dem März-Quartal um 32 Dollar gefallen ist. In anderen Worten: Das Erfolgsgeheimnis des erstaunlichen iPhone-Wachstums liegt in der aggressiveren Verkaufspolitik des iPhone 4S und vor allem iPhone 4, das Apple in Schwellenländern wie Indien explosives Wachstum von 400 Prozent beschert hat.

"Wir wollen so viele Käufer erreichen wie möglich", wollte sich Konzernchef Tim Cook nicht in die Karten schauen lassen, ob Apple in Zukunft noch aggressiver im mittleren Preissegment agieren wolle. Analystensorgen, dass der premiumpreisige Smartphone-Markt den Zenit überschritten habe, wischte Cook vom Tisch: "Das glaube ich nicht."

Überraschender Einbruch in der iPad-Sparte

Andere Zweifel tauchten dafür an unerwarteter Stelle auf: Ausgerechnet die gerade mal drei Jahre alte iPad-Sparte schwächelte bedenklich – ein nicht für möglich gehaltener Absatzrückgang war zu beklagen. Nach 17 Millionen verkauften Apple-Tablets im Juni-Quartal 2012 konnte der iKonzern zwischen April und Juni dieses Jahr nur noch 14,6 Millionen iPads absetzen.

Allerdings: Im Vorjahreszeitraum war mit dem iPad 3 gerade eine neue Modell-Generation veröffentlicht worden, während Apples jüngstes iPad-Ugrade aus dem vergangenen Oktober datiert.

Ausblick am unteren Ende der Erwartungen

Der Rückgang der Macintosh-Sparte war unterdessen erwartet worden: Apple setzte im dritten Quartal des Fiskaljahres nunmehr 3,8 Millionen Macs nach 4 Millionen im Vorjahreszeitraum um. Immer mehr zum Hoffnungsträger entwickelt sich dagegen die iTunes Division, deren Umsätze mit 25 Prozent auf 4 Milliarden Dollar am stärksten anzogen.    

Der Ausblick auf das laufende Geschäftsquartal fiel unterdessen verhalten aus: Apple stellte Umsätze zwischen 34 und 37 Milliarden Dollar und eine Gewinnspanne von 36  bis 37 Prozent in Aussicht – die Wall Street hatte jeweils die Spitzenwerte dieser Schätzungen erwartet. Aktionäre waren nach dem skeptischen Blick auf dieses Quartal mit den Ergebnissen offenkundig zufrieden und schickten die Apple-Aktie nachbörslich um 16 Dollar nach oben.

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